Halle muss saniert werden

Decke droht einzustürzen: Sporthalle in Gimte ist geschlossen

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Schulleiter Jens Wilhelm hinter der Eingangstür der Halle. 

In Gimte ist die Sporthalle bis auf Weiteres geschlossen. Der Grund: Die Decke ist einsturzgefährdet.

Schulleiter Jens Wilhelm nimmt kein Blatt vor den Mund und lässt seiner Verärgerung freien Lauf: „Die Halle steht seit 15 Jahren auf der Sanierungsliste der Stadt ganz oben. Seit zwölfeinhalb Jahren bin ich Schulleiter in Gimte und habe seitdem jedes Jahr die Stadt darauf aufmerksam gemacht, dass die Halle saniert oder neu gebaut werden muss. Aber es wurde immer geschoben.“ Die Halle steht direkt neben der Grundschule.

Ein Elektriker, so Wilhelm, habe Mitte vergangener Woche bei der Überprüfung von Deckenleuchten bemerkt, dass Lampen schiefhängen. Die Turnhallen-Decke sei an Drahtseilen aufgehängt. „Offenbar“, so Wilhelm, „haben sich Drahtseile von den Betonträgern gelöst“. Ein Statiker ist eingeschaltet. Derzeit sei das Ausmaß des Schadens noch unklar, aber die Gefahr bestehe, dass sich „weitere Drähte lösen und die Decke in einer Kettenreaktion herabstürzt“, so Wilhelm. Bereits 2016 gab es eine Teilsanierung, nachdem Schäden an einer Giebelwand festgestellt wurden.

Sporthalle Gimte geschlossen: 90 Schulkinder betroffen

Betroffen von der Hallensperrung sind etwa 90 Schulkinder. Die Sporthalle werde aber zu ungefähr 80 Prozent von Vereinen genutzt, sagt der 52-Jährige: „Der Tuspo ist praktisch rund um die Uhr in der Halle.“ Tuspo-Weser-Gimte-Vorsitzender Thomas Hartmann sagt auf HNA-Anfrage: „Das ist für uns ein echtes Problem, eine Katastrophe.“

Natürlich müsse umgehend etwas getan werden, sagt die Sprecherin der Stadt Hann. Münden, Julia Bytom. Eine Arbeitsgruppe der Stadtverwaltung habe sich getroffen, um das Vorgehen festzulegen.

Die Einschätzung eines Statikers stehe noch aus, so Bytom. Es werde auch geprüft, ob die Decke abgenommen werden könne, um dann wieder Sport in der Halle anbieten zu können. Eine Sanierung ersetze diese Maßnahme aber nicht, so Bytom. Kosten für einen Neubau der Halle werden auf etwa 1,7 Millionen Euro geschätzt, für eine Sanierung auf 1,4 Millionen. Die Stadt werde einen Antrag beim Land stellen, um Geld aus dem Sportstättensanierungsprogramm zu bekommen, das wären maximal 400 000 Euro. 

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