Förderung für Blühflächen für Insekten

Bienen-Reich in der Stadt:  Hann. Münden wird Teil der „Blühenden Landschaft“

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So schön blüht es im Forstbotanischen Garten, aber auch in den Wallanlagen. Ein reichhaltiges Blütenangebot übers Jahr verteilt sollen die Blühflächen bringen, die demnächst in der Stadt angelegt werden.  

Hann. Münden. Die Stadt Hann. Münden war mit einer Bewerbung beim Netzwerk Blühende Landschaft erfolgreich und erhält aus deren Initiative „BienenBlütenReich“ das nötige Saatgut für Blühwiesen für Bienen.

Ein Dutzend Standorte sind ausgewählt, demnächst werde dort die Grasnabe abgeschoben und der Boden vorbereitet, um Platz zu machen für Blumenwiesen. Laut Ratsbeschluss soll die Stadt bienenfreundlich werden. Die Unterstützung des Netzwerks sei da sehr wertvoll, skizziert es Bürgermeister Harald Wegener, da dieses nicht nur Saatmischungen passend für verschiedene Standorte anbiete, sondern auch genaue Anleitungen, wie man diese richtig einsetzt. Wenn eine Blühfläche gedeihen und über mehrere Jahre bestehen soll, sei das gar nicht so einfach. 

Auf einen Tipp der Initiative „Münden blüht und summt“ hin hatte die Stadtverwaltung binnen zweier Tage die Bewerbung hinbekommen, so Hartmut Teichmann von der Initiative. Jetzt müsse alles weiter schnell gehen, damit man noch die Frühjahrssaat ausbringen kann, erläutert Ulrike Braun vom Fachdienst Stadtplanung. Allein auf dem Tanzwerder sollen 120 Quadratmeter erblühen. Auf dem Doktorwerder seien es weitere rund 600 Quadratmeter. Dieses Areal gehört dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt, das mit der Stadt kooperiert. An Straßen und Wegen wurden Flächen ausgewählt, jedoch stets so, dass Fußgänger nicht eingeschränkt werden, so Jürgen Liebrecht, Kommunale Dienste Hann. Münden. 

Blühwiesen für Bienen: Ortsteile sollen auch ins Boot geholt werden

Die Ortsteile will man ebenfalls ins Boot holen. Hemeln habe bereits geeignete Flächen gemeldet. Die anderen können noch nachziehen, denn es bestehe die Möglichkeit, noch Flächen nachzumelden, auf denen dann eine Herbstsaat ausgebracht werden kann. Die Auswahl der Flächen solle über die Ortsräte und Ortsbürgermeister erfolgen. Diese können sich ihrerseits mit Vorschlägen an Ulrike Braun sowie Dieter Desel in der Stadtverwaltung wenden.

Bis eine echte Blumenwiese in voller Pracht steht, kann es eine Weile dauern. Schließlich brauchen mehrjährige Pflanzen etwas Zeit, zu gedeihen. Damit die frisch angelegten Blühflächen trotzdem von Anfang an nicht nur biologisch nützlich, sondern auch hübsch sind, werde man vielleicht Streifen von einjährigen Blumen einstreuen, beschreibt es Ulrike Braun.

Ziel ist es, über einem möglichst langen Zeitraum im Jahr etwas Blühendes auf den Flächen zu haben. Die so entstehende Bienenweide soll sogar auf dem Doktorwerder als solche auch genutzt werden: Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt habe es gestattet, dass dort Bienenstöcke aufgestellt werden, berichtet Hartmut Teichmann von der Bürgerinitiative „Münden blüht und summt“. Einen Imker dafür gebe es auch schon. Teichmann und Pia Degenhardt, ebenfalls von der Blühgruppe, werben zudem für Verständnis, wenn die Blühflächen vorübergehend einmal nicht so ansehnlich sind: Im Herbst müsse man mit dem Mähen warten, bis die Samen alle abgefallen sind. Das bedeute, dass es eine Zeit geben könne, in der die Blühfläche relativ welk und struppig wirkt. Doch nur so können sich die einmal ausgesäten Blühpflanzen wieder vermehren. Ein Teil der Samen sei zugleich Futter für Vögel, ergänzt Teichmann.

Vorreiter: Hubertus Siebald hat auf zwei seiner Flächen in Gimte und bei Volkmarshausen Blühlandschaften für Insekten angelegt und ist seit vorigem Jahr Teil des deutschlandweiten Projektes „BienenBlütenReich“.

Nach dem relativ aufwendigen Anlegen der Blühflächen verringert sich der Arbeitsaufwand für die Stadt: Die Flächen brauchen nur einmal im Jahr gemäht zu werden, der Bewuchs soll möglichst von selbst wiederkommen.

Voraussichtlich werde man an den Ortseingängen beginnen, sagt Jürgen Liebrecht, Kommunale Dienste Hann. Münden. Ins Förderprogramm aufgenommen werden können nur echte Rasenflächen, sagt Braun. Wiesenflächen passen nicht in dieses Programm. Die fertigen Blühflächen werden in eine Karte beim Netzwerk Blühende Landschaft aufgenommen, die im Internet einzusehen ist – auch eine positive Werbung für die Stadt, wie Hartmut Teichmann findet.

Die öffentlichen Blühflächen sind ein Mosaikstein, um Hann. Münden bienen- und überhaupt insektenfreundlicher zu machen. Parallel dazu setzt die Initiative „Münden blüht und summt“ ihre Bemühungen um Blühinseln und beispielsweise Insektenhotels fort.

Kürzlich haben die Aktiven ein „Schlaufenster“ in der Kirchstraße mit ihren Ideen bestückt, und die ersten Blumenkästen sind auch schon wieder bepflanzt.

Kontakt

Ansprechpartner bei der Stadt Hann. Münden zum Thema Blühflächen sind Ulrike Braun, Tel.: 05541/75230, sowie Dieter Desel, Tel.: 05541/ 75451. Wer Kontakt zur Initiative „Münden blüht und summt“ aufnehmen möchte, kann dies per E-Mail an Eleonore Dehnerdt (eloquent@t-online.de) sowie an Pia Dehnhardt(diepia2@icloud.com) tun. 

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