Hann. Münden: Standesbeamter berichtet von Heiratsanträgen

Tag des Heiratsantrages: Liebesschwur bei der Schnitzeljagd

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Bei ihm können Sie sich trauen: Standesbeamter Roland Graunitz vor den Herzen, die jedes Brautpaar im Rathaus Hann. Münden aufhängen darf, um sich zu verewigen. 

Kuriose Jahrestage gibt es reihenweise. Am 8. Februar ist der Tag des Heiratsantrags. Egal, ob es der Antrag auf dem Gipfel eines Berges ist oder der Ring im Glückskeks beim Essen im China-Restaurant: Standesbeamter Roland Graunitz kennt alle liebevollen, verpatzten und auch einfallsreichen Heiratsanträge.

Besonders in Erinnerung sei ihm ein Mann geblieben, der für seine Frau eine Rose aus Pyropapier gebastelt hatte. Nach dem Anzünden der Rose tauchte darin der Ring auf.

„In 95 Prozent der Fälle macht weiterhin der Mann den Antrag. Auch der Kniefall ist noch beliebt. Häufig wird der Antrag an besonderen Daten oder im Urlaub gemacht, öfter auch zum Jahreswechsel“. Habe das Paar bereits gemeinsame Kinder, würden diese öfter die Ringe überbringen – einmal wurde auch ein Hund dressiert.

Besonders kreativ war der Antrag, bei dem ein Mann eine Schnitzeljagd mit Fotos der gemeinsamen Zeit für seine Zukünftige veranstaltete. Bei dieser sammelte die Angebetete Schnipsel mit Zahlen ein, die sich zu einer Telefonnummer zusammenfügten. Als sie diese anrief, erwartete sie der Antrag.

Als Standesbeamter hört er nicht nur von gelungenen Anträgen, manchmal gingen dem Erfolg auch Pannen voraus. Graunitz erinnert sich an einen geplanten Antrag bei einer Schlittenfahrt – doch leider lag kein Schnee. Ein Zukünftiger wollte seinen Antrag in Paris machen: Der Park, den er dafür auserkoren hatte, war geschlossen, am Triumphbogen war es zu voll und auf dem Weg zum Eiffelturm blieb die U-Bahn stecken. Am nächsten Tag versuchte er es noch einmal, diesmal vor einem Springbrunnen. Kurz vor dem Antrag versiegte dort das Wasser – doch ungeachtet der Umstände vollzog er den Antrag und erhielt das Ja-Wort.

Den Bund des Lebens können Paare nicht nur im Rathaus, sondern auch auf der Tillyschanze oder auf einem Boot schließen – das kostet jedoch extra.

Wer sich im Rathaus trauen lassen möchte, sollte nicht abergläubisch sein: Das Zimmer hat eigentlich die Nummer 13, sie steht nur nicht an der Tür. Dies würde die wenigsten Paare stören, so der seit 2003 ebenfalls verheiratete Graunitz, „manche wählen sogar bewusst den 13. als Heiratsdatum“. Seit 2011 kann man sich bei Graunitz trauen lassen, unterstützt wird er von zwei Kollegen. Im Durchschnitt werde in Münden 140 Mal im Jahr geheiratet – jedoch nicht nur von Mündenern: „Hann. Münden ist aufgrund des schönen Rathauses und der Tillyschanze auch bei Auswärtigen ein beliebter Trauort“, berichtet Graunitz im Gespräch. 2018 sei mit 171 Trauungen ein Rekordjahr gewesen, generell stelle er aber fest, dass wieder mehr geheiratet werde.

Die Brautpaare schätzen, dass „wir uns Zeit nehmen und uns für sie interessieren“. Im Traugespräch vor der Hochzeit erfahre der Standesbeamte Details aus dem Leben des Brautpaares, um eine persönliche Trauung zu halten. Dies sei auch für die Beamten schöner als eine Trauung von der Stange.

Weitere romantische Geschichten aus der Region finden Sie in unserem Sammelartikel zum Tag des Heiratsantrages.

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