30 Krippenplätze und 50 Kindergartenplätze

Start für neue Kita im Herbst - Projekt des Mündener Bauvereins und der Stadt

Bäume und Büsche sind bereits gefällt: Auf diesem Grundstück an der Straße Am Wittenborn entsteht die neue Kita, die von der Arbeiterwohlfahrt betrieben wird.
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Bäume und Büsche sind bereits gefällt: Auf diesem Grundstück an der Straße Am Wittenborn entsteht die neue Kita, die von der Arbeiterwohlfahrt betrieben wird.

In Hann. Münden wird sich die Versorgung mit Kita- und Krippenplätzen in absehbarer Zeit etwas entspannen.

Dafür soll die neue Kita an der Straße Am Wittenborn sorgen, für dessen Bau der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung mit großer Mehrheit den Weg frei gemacht hat. Dort sollen 30 Krippenplätze und 50 Kindergartenplätze entstehen. Ziel ist die Eröffnung im Herbst 2020. Finanzieren wird die Stadt das Vorhaben über einen sogenannten Mietkauf. Dabei tritt der gemeinnützige Bauverein unter der Führung des hauptamtlichen Geschäftsführers Jörg Wieland und des ehrenamtlichen Vorstands Sabine Dzukowksi als Bauherr auf. Die Stadt schlüpft in die Rolle des Mieters, dem nach 25 Jahren Mietzahlungen das Objekt zufällt. Nach Darstellung der Pressesprecherin der Mündener Stadtverwaltung, Julia Bytom, geht der Bauverein von einer Investitionssumme von 3,5 Millionen Euro aus. Über die Mietzahlungen selbst hätten beiden Vertragsparteien Stillschweigen vereinbart. Nach Darstellung von der Vorsitzenden der Gruppe Grüne/Münden aktiv im Stadtrat, Lena Kürschner, belaufen sich die Mietkaufzahlungen in den 25 Jahren auf knapp fünf Millionen Euro. Dazu kämen die Betriebskosten. Die Gruppe kritisiert, sie sei im Vorfeld der Entscheidung nicht ausreichend über die Details unterrichtet worden. „Dem Vertrag in diesem Wortlaut und mit der unzureichenden Informationslage konnten wir leider nicht guten Gewissens zustimmen“, sagte Hartmut Teichmann. Die SPD im Stadtrat sieht sich dagegen in den „gravierendsten Fragen“ unterrichtet, auch wegen der Nachfragen von Ratsmitgliedern. „Jetzt haben wir eine nachvollziehbare Aufstellung der Mietpreissumme, die Baupläne und wissen auch, dass wir mit dem Bauverein einen zuverlässigen Partner haben“, erklärte Dirk Wedekind. „Die SPD-Fraktion ist sich mehr als bewusst, dass die Kita schnellstens realisiert werden muss.“ Betrieben werden soll die Kita durch die Arbeiterwohlfahrt (Awo), teilte Stadtsprecherin Julia Bytom weiter mit.

Zwei Krippen- und zwei Kindergartengruppen

In der neuen Kindertagesstätte an der Straße Am Wittenborn mit 30 Krippen- und 50 Kindergartenplätzen soll es nach den derzeitigen Plänen in der Krippe zwei Gruppen zu je 15 Kindern und bei den älteren Kindern zwei Gruppen zu je 25 Mädchen und Jungen geben. Die Stadt schätzt ein, dass unter Einbeziehung der Erweiterung der DRK-Kita Hedemünden es damit insgesamt „schon zu einer merklichen Verbesserung der Kindergarten-Situation kommen werde“.

Kita-Vorbereitungen laufen: Awo wird die neue Einrichtung betreiben

Die neue Kita an der Straße Am Wittenborn in Hann. Münden soll durch die Arbeiterwohlfahrt (Awo) betrieben werden, teilte Julia Bytom, Sprecherin der Stadt Hann. Münden mit. Die Awo betreibe schon die eingruppige Kita-Einrichtung am Ebereschenring und werde mit dieser einen Gruppe aus dem sehr in die Jahre gekommenen Raummodul dann in den Neubau am Wittenborn umziehen und dort alle vier Gruppen betreuen.

In der Krippe werde es zwei Gruppen zu je 15 Kindern und bei den älteren Kindern zwei Gruppen zu je 25 Mädchen und Jungen geben. Eröffnung soll im Herbst sein, je nach witterungs- und coronabedingten Baufortschritt.

Nach den Worten Bytoms ist die Awo als künftiger Betreiber optimistisch, dass das erforderliche Fachpersonal zum Betrieb der Kita gefunden werden kann. Die Awo: „Der Fachkräftemangel an Erziehern macht sich natürlich stark bemerkbar. Allerdings betreiben wir als Träger ein sehr professionelles Recruiting, unterhalten eine Karrierehomepage und in unserer Personalabteilung wird sich umfassend um das Recruiting gekümmert.“

Pluspunkt sei zudem, dass die Awo eine Bezahlung angelehnt an den Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes und einige Sozialleistungen wie einen Beihilfefonds und Altersvorsorge anbiete.

Darüber hinaus seien neue Kitas immer besonders attraktiv, da sie neben unbefristeten Stellen auch die Möglichkeit bieten, sich in ein neues Team einzubringen und die neue Kita konzeptionell mitgestalten zu können. Die Awo habe bisher die Erfahrung gemacht, Stellen für neue Kitas gut besetzen zu können.

Die Stadt schätzt ein, dass unter Einbeziehung der Erweiterung der DRK-Kita Hedemünden es insgesamt „schon zu einer merklichen Verbesserung der Kindergarten-Situation kommen werde“. Bedarf werde es – vor allem im Krippenbereich –prognostisch aber weiterhin geben, wobei hier auch schon weitergehende Überlegungen bezüglich Standort sowie zeitnah zur Verfügung stehender Flächen und Gebäude vorhanden seien, aber noch vertieft geprüft werden müssten. Genaue Zahlen nannte die Stadt nicht.

VON HANS-PETER NIESEN

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