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„Lieber langsam, als wild“: Jäger und Polizei warnen vor Wildunfällen im Raum Hann. Münden

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Von: Jens Döll

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Achtung Wildwechsel: Wo diese Schilder stehen, ist erhöhte Vorsicht geboten, besonders wenn die Sicht eingeschränkt ist.
Achtung Wildwechsel: Wo diese Schilder stehen, ist erhöhte Vorsicht geboten, besonders wenn die Sicht eingeschränkt ist. (Symbolbild) © Thomas Thiele

Wenn es im Herbst dunkel, nass und nebelig wird, steigt die Gefahr für Wildunfälle. Das ist auch im Raum Hann. Münden so. Die Polizei gibt Tipps, wie man die Gefahr verringert.

Altkreis Münden – „Vorsichtiges Fahren erspart Leid für Mensch und Tier“, sagt Dieter Buhse, erster Vorsitzender der Jägerschaft Münden aus Lutterberg bei Hann. Münden. Die Gefahr von Wildunfällen steigt massiv im Herbst, gerade nach der Zeitumstellung, die in diesem Jahr am Sonntag, 30. 10.2022, vorgenommen wird.

Nach Zeitumstellung steigt Gefahr von Wildunfällen

Der Rhythmus der Menschen ändert sich, es wird früher dunkel, sodass es vermehrt zu gefährlichen Begegnungen im Straßenverkehr kommt. Laut der Polizei in Göttingen gab es im Altkreis Münden im vergangenen Jahr 83 Wildunfälle. In diesem Jahr heißt es weiter, sei ein ähnlicher Trend erkennbar.

Das bestätigt Buhse. Er berichtet von keinem signifikaten Anstieg der Wildunfälle bis jetzt. „Früher gab es mehr solcher Unfälle, heute sind die Menschen sensibilisierter.“

Raum Hann. Münden: Mehr Wildunfälle im herbst

In Zusammenarbeit mit dem Landkreis Göttingen und der Polizei wurden an einigen Landstraße im Altkreis sogenannt Wildwarner installiert. Dies sind Reflektoren, die an den Leitpfosten angebracht sind, berichtet Dieter Buhse. „Die Zusammenarbeit mit Landkreis und Polizei im Altkreis Münden ist hervorragend.“ Um Unfälle zu vermeiden, appelliert er an die Fahrer, ihre Verhalten der Jahreszeit anzupassen. „Es gibt Nebel, es ist feucht und das Laub macht die Straßen rutschig“, fasst er die Situation auf den Fahrbahnen zusammen. Hinzu komme noch die Blendwirkung der tief stehenden Sonne.

„Insbesondere im morgen - und abendlichen Berufsverkehr ist mit diesem Phänomen zu rechnen und die Gefahr, dass Hindernisse zu spät erkannt werden, immens hoch“, heißt es von der Polizei. Wichtig sei, dass die Sichtbarkeit in dieser Situation erhöht werde. „Licht an“, raten die Beamten. Wenn ein Unfall geschehen ist, muss die Polizei informiert werden. „Wenn man ihn kennt, kann man auch den Jagdpächter selbst anrufen“, sagt Buhse. Die Polizei verständigt diesen. Wenn ein verletztes Tier geflüchtet ist, muss dieses vom Jagdpächter gesucht werden und getötet werden, um unnötiges Leid zu verhindern. Das seien tierschutzrechtliche Aspekte, so Buhse

Raum Hann. Münden: Tipps zum Verhalten bei Wildunfällen

Verkehrssicherheitsberater Jörg Arnecke von der Polizei und der Vorsitzende der Mündener Jägerschaft, Dieter Buhse, geben Tipps, wie man Wildunfälle vermeiden, und Hinweise, wie man sich richtig verhält, nachdem ein solcher Unfall geschehen ist.

Unfälle vermeiden

Jeder Fahrer kann mit dem eigenen Verhalten die Gefahr von Wildunfällen verringern. Das geht durch angepasste Geschwindigkeit, das Beachten von Warnhinweisen und durch vorausschauendes Fahren.

„Lieber langsam, als wild“, fasst Arnecke das Ganze zusammen. Zudem gilt: Licht an und für saubere Scheiben sorgen. Eine Sonnenbrille kann helfen, die Blendwirkung der Sonne zu verringern, die im Frühjahr und Herbst in den Morgen- und Abendstunden niedrig steht.

Genaue Unfallschwerpunkte im Landkreis Göttingen kann Arnecke nicht nennen, das Unfallgeschehen mit Wildtieren verteile sich im Kreisgebiet „bunt gemischt“.

Tier auf der Straße

Sieht man ein Wildtier auf der Fahrbahn, sollte man stark und kontrolliert abbremsen, rät Jörg Arnecke. Sei ein Unfall nicht mehr zu vermeiden, solle man das Lenkrad festhalten und es nicht verreißen, da sonst die Gefahr bestehe, ins Schleudern zu kommen. Das bestätigt auch Dieter Buhse. „Beim Gegenlenken muss man vorsichtig sein“, fasst er zusammen.

Verhalten nach Unfall

Wenn es zum Unfall kam, müssen andere Verkehrsteilnehmer gewarnt werden. Also: Warnblinker an, Warndreieck aufstellen und sich selbst mit einer Warnweste kenntlich machen. Auch muss die Polizei oder der Jagdpächter alarmiert werden. Diese kümmern sich dann um das Tier oder verfolgen das verletze Tier, falls es geflüchtet ist.

Dafür ist es wichtig, sich, falls möglich, die Fluchtroute zu merken. „Halten Sie von verletzten Tieren ausreichend Abstand – diese reagieren panisch und können Sie verletzen“, sagt Arnecke. Sowohl Jagdpächter als auch Polizei können eine Wildunfallbescheinigung aushändigen, berichtet Buhse. Jörg Arnecke gibt noch einen wichtigen Hinweis: Das tote Tier darf nicht mitgenommen werden. Das würde den Tatbestand der Jagdwilderei erfüllen. (Jens Döll)

Im Raum Hann. Münden kam es zu einem tödlichen Unfall, weil eine Frau wohl einem Wildschwein ausweichen wollte. Hund im Auto? Wie man die Tiere richtig sichert, berichtet Jörg Arnecke von der Polizei in Göttingen.

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