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Das Schicksal in die Hand nehmen: Hemelner bereitet sich auf Notfall vor

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Von: Petra Siebert

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Er bereite sich auf den Ernstfall vor: Marius Görnandt hat sich auf einen eventuellen Blackout vorbereitet, um im Notfall autark zu sein.
Er bereite sich auf den Ernstfall vor: Marius Görnandt hat sich auf einen eventuellen Blackout vorbereitet, um im Notfall autark zu sein. © Petra Siebert

Menschen bereiten sich auf eventuellen Blackout vor. Darunter auch ein Mann aus Hemeln. Bei ihm war sogar schon ein Fernsehteam zu Gast.

Hann. Münden – Bedenken, dass es einen Blackout geben könnte, verunsichert zurzeit immer wieder einige Menschen. Politiker und Netzbetreiber halten einen Blackout für fragwürdig. Andere Experten halten die Wahrscheinlichkeit einer solchen Ausnahmesituation wiederum für wahrscheinlich.

Hann. Münden: Mann aus Hemeln bereitet sich für Blackout vor

Wie mit der Situation und den eventuellen Gefahren umzugehen ist, daran scheiden sich die Geister. Ein Teil der Menschen lässt es auf sich zukommen und will kurzfristig reagieren, einige halten es für reine Angstmache, andere sorgen mit Lebensmittelbevorratung und einer Notfallausrüstung vor. Einer von ihnen ist Marius Görnandt aus Hemeln (Ortsteil von Hann. Münden). Er gehört seit einigen Jahren einer Survival-Gruppe an.

Ich wünsche mir, dass mehr Menschen die Gefahr sehen.

Marius Görnandt Survival-Experte

Diese Gruppe war schon einmal Gast in Hemeln zu einen Survival Camp. Marius Görnandt hält einen Blackout für wahrscheinlich, zwar nicht unbedingt den Riesen-Blackout, aber Stromabschaltungen für einen überschaubaren Zeitraum kann er sich vorstellen. Deshalb hat er vorgesorgt, um für einige Zeit mit seiner Frau, seiner eineinhalbjährigen Tochter und seinen Eltern über die Runden zu kommen. Wasserkanister, Wasserfilter, eine autonome Stromversorgung, Campingkocher und -geschirr sind nur einige der Dinge, mit denen er vorsorgt. Dazu gehören Wasser- und Lebensmittelvorräte, die er im Keller des Hauses lagert. Für viele Menschen sei ein Stromkollaps noch eine Fiktion, er selber geht von der Realität aus.

„Entweder man gibt sich, wenn es dazu kommt, seinem Schicksal hin, oder man nimmt es selber in die Hand und macht was“, sagt er dazu. Man könne nicht immer darauf hoffen, dass andere Verantwortung übernehmen und helfen, jeder sei auch für sich selbst verantwortlich. „Ich wünsche mir, dass mehr Menschen die Gefahr sehen“. Oft wurden Menschen, die sich auf den Ernstfall vorbereitet haben, als Sonderlinge verlacht, heute wird deutlich, dass dieses Handeln gar nicht so verkehrt ist, sagt er.

Doku „Blackout - Angstmache oder reale Gefahr“ mit Marius Görnandt gedreht

Görnandt empfiehlt auch, einen Plan festzulegen, wie die Familien im Notfall, wenn die Grundlage eines modernen Lebens von einer Sekunde zur anderen nicht mehr funktioniert, zusammen kommen kann.

Ein Filmteam von 3Sat Kulturzeit war kürzlich bei Marius Görnandt zu Hause in Hemeln, um für eine Dokumentation „Blackout - Angstmache oder reale Gefahr“ (gesendet am 25. 10.2022, in der Mediathek zu sehen) zu drehen. Sein Engagement zur Vorsorge wird dort vorgestellt.

Es wird deutlich, dass der Industriemechaniker den Ernstfall geprobt hat und gut vorbereitet ist. „Das liegt sicherlich auch daran, dass ich mich schon als Kind zum Überlebenstraining hingezogen fühlte. Ich war gerne draußen im Wald, habe dort gezeltet und geangelt“, erzählt er. (Petra Siebert)

Die Stadt Hann. Münden sieht sich für einen eventuellen Blackout gut vorbereitet. Auch andere Mündener waren schon im Fernsehen zu sehen. Beispielsweise ein Modellbau-Ass.

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