Kreative Lösungen

Hann. Münden: Tanzgruppen haben kreative Lösungen für die Corona-Zeit gefunden

Können endlich wieder zusammen tanzen: „Inspired by Dance“-Trainerin Valeria Dell’Anna (vorne links) mit Lisa Schumacher, Ylvi Jankowski, Greta Schelper und Emma Schüßler.
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Können endlich wieder zusammen tanzen: „Inspired by Dance“-Trainerin Valeria Dell’Anna (vorne links) mit Lisa Schumacher, Ylvi Jankowski, Greta Schelper und Emma Schüßler.

Tanzen und Corona. Eine Mischung die nicht gut zusammenpasst. Wie gegen Tanzgruppen im Raum Hann. Münden damit um? Wir haben uns umgehört.

Hann. Münden – „Unfassbar glücklich“ und „hellauf begeistert“: So beschreiben Mündener Tanzbegeisterte ihre Stimmung. Seit Juni dürfen sie ihren Sport wieder gemeinsam ausüben.

„Als im November der zweite Lockdown begann, hat unser überregional aktiver Verein, Inspired by Dance, sofort Online-Kurse angeboten“, berichtet die Mündener Spartenleiterin und Trainerin Valeria Dell’Anna. Spannend sei es für sie gewesen, mal anders zu denken und nach neuen Wegen zu suchen.

„Andererseits bedeuten Online-Kurse eine extreme Umstellung“

„Andererseits bedeuten Online-Kurse eine extreme Umstellung, weil wir Trainer kein unmittelbares Feedback von den Teilnehmenden bekommen“, erzählt sie. Ein anderes Problem: Nicht alle Tänzer verfügen über schnelles Internet. Viele auf den Dörfern konnten deshalb nicht mitmachen. Sie mussten sich mit Video-Tutorials begnügen, die der Verein auf seine Internetseite stellte.

„Im Laufe der Monate sanken die Teilnehmerzahlen“, erinnert sich die Trainerin. Der Verein reagierte, legte Kurse zusammen. Nun gab es online Wochenend-Workshops. Dort konnten die Teilnehmenden unter vielen verschiedenen Trainern aus ganz Norddeutschland wählen. Das ließ die Zahlen wieder in die Höhe schnellen. „Im Frühling war dann aber erneut die Luft raus“, berichtet Dell’Anna.

Die Trainerin bot daraufhin bereits im Mai erste Kurse unter freiem Himmel an. Die Resonanz war aufgrund des schlechten Wetters nicht so gut. Das änderte sich im Juni, als der Verein die Freilichtbühne am Tannenkamp nutzen durfte. Nun waren die vier Gruppen mit ihren zehn bis 20 Teilnehmern wieder voll. Mittlerweile trainieren die Tänzer im Geschwister-Scholl-Haus. „Finanziell gesehen hatte ich während des Lockdowns keine Einbußen, weil ich online weiter unterrichtet habe“, sagt die Trainerin. Für die Teilnehmer sanken die Kursgebühren, da nun keine Raumkosten mehr anfielen.

Monatelang nicht getanzt haben Hann. Mündens Linedancer

Monatelang nicht getanzt haben Hann. Mündens Linedancer. „Die Schrittfolgen sind schnell wieder da“, berichtet Elke Reuß, die bei der Turngemeinde 1860 Münden Anfängern und Fortgeschrittenen den flotten und anspruchsvollen Catalan Style beibringt. Ein paar Teilnehmende hat sie seit November verloren, aber nicht wegen Corona. Einige sind fortgezogen. Andere können aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr mitmachen. Die 15 verbliebenen Tänzer sind mit Begeisterung dabei, so Reuß.

„Wir haben mit Beginn der Pandemie im März 2020 unseren Übungsraum, die Aula der Polizeischule, verloren“, berichtet Jörg Mechmershausen. Er leitet die Tanzsparte des Polizeisportvereins Hann. Münden. Die Polizei nutzt die Aula seither für Eignungstests. Die Tänzer, unter denen kein einziger Polizist ist, fanden erst in diesem Jahr mit dem Volkmarshäuser Dorfgemeinschaftshaus Ersatz. Die elf Paare, die bis auf eine Person durchgeimpft sind, haben nach der langen Pause tänzerisch noch nicht ihr altes Leistungsniveau erreicht, räumt Mechmershausen ein.

Das hat auch damit zu tun, dass ihr junger Trainer bei den Übungsstunden alle 14 Tage noch nicht mit dabei sein kann. Ihm fehlt der volle Impfschutz. (Michael Caspar)

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