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Trialog Tagesstätte in Hann. Münden: Wieder im Alltag ankommen

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Von: Jens Döll

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Gesprächssituation: Die Tagesstätte Trialog bietet Hilfe für Menschen mit psychischen Krankheiten. Die Sozialpädagoginnen Britta Urban (links) und Heike Herborg helfen in Hann. Münden Menschen bei der Bewältigung des Alltags.
Gesprächssituation: Die Tagesstätte Trialog bietet Hilfe für Menschen mit psychischen Krankheiten. Die Sozialpädagoginnen Britta Urban (links) und Heike Herborg helfen in Hann. Münden Menschen bei der Bewältigung des Alltags. © Jens Döll

Die Tagesstätte Trialog bietet Hilfe in Hann. Münden für Menschen mit psychischen Erkrankungen an. Dabei steht die Eingliederung im Alltag an erster Stelle.

Hann. Münden – Menschen mit einer psychischen Erkrankung eine Tagesstruktur geben und sie gesellschaftlich integrieren. Das bietet die AWO-Tagesstätte Trialog in Hann. Münden an der Langen Straße 102.

Hann. Münden: Tagesstätte biete Hilfe in Notlagen

„Unser Angebot steht auf zwei Säulen“, berichtet Dipl. Sozialpädagogin Heike Herborg, die die Einrichtung leitet. Es gibt Gruppenangebote, wie Ergotherapie, Konzentrationstraining, Sport und Gesprächsgruppen. „Wir sind aber keine Gruppentherapie“, fügt Herborg hinzu. In den Gesprächen geht es oftmals um alltägliche Themen oder persönliche Schwierigkeiten, beispielsweise Konfliktlösung, Selbstvertrauen oder soziale Kontakte. Dabei ist das Vertrauen der Teilnehmer untereinander wichtig, „alles findet auf Vertrauensbasis statt, das Gesagte bleibt hier in der Gruppe“, so die Sozialpädagogin.

In der Tagesstätte wird regelmäßig gekocht. „Meist kocht jemand vom Team mit zwei bis drei Teilnehmenden, manche Klient schaffen es auch allein für die Restgruppe zu kochen.“

Es gibt einen Ergotherapieraum, in dem die Teilnehmenden kleine Werkstücke anfertigen können. Beispielsweise Gemälde auf Leinwand und Papier, sowie Holzarbeiten. Auch Tonarbeiten werden angeboten – die Tagesstätte hat einen eigenen Töpferofen. „Alles außer Metall ist möglich“, so Heike Herborg. Einige der Bilder, die Teilnehmer gemalt haben, hängen an den Wänden des Werkraums. Beispielsweise eine schwarze, runde Katze mit der Aufschrift „Früher war alles leichter, ich zum Beispiel“.

Angebot für Menschen mit psychischen Erkrankunge ist niedrigschwellig

Die andere Säule in der Tagesstättenarbeit sind die Einzelgespräche. Jeder der Teilnehmer hat eine Bezugsbetreuung. In den Gesprächen wird sehr individuell geschaut, welche Hilfen die Person benötigt: In der Regel geht es um Hilfestellung bei Problemen im Alltag. Auch wird bei Antragstellung geholfen oder bei Bedarf der Kontakt zu Ärzten oder Psychotherapeuten unterstützt. Es geht dann dabei auch um Zukunftsplanung, berichtet Herborg. „Was ist im Anschluss möglich?“ Sei eine zentrale Frage. Beispielsweise können während des Aufenthalts in der Tagesstätte Praktika absolviert werden.

„Wir arbeiten sehr niedrigschwellig, ohne Druck.“ So werden die Teilnehmer motiviert, regelmäßig anwesend zu sein. „Manche Teilnehmer haben durch ihre Erkrankung Schlafstörungen. Das frühe Aufstehen ist dann oft ein Problem.“

Es werden 13 bis 15 Menschen in der Tagesstelle betreut, im Schnitt seien zehn anwesend. „Unsere Teilnehmer haben verschiedene Erkrankungen wie Depressionen, Psychosen, soziale Ängste und Borderline-Störungen. Viele haben bereits eine lange Reise hinter sich, wenn sie zu uns kommen.“ Manche wurden vorher in Kliniken behandelt und danach an die Tagesstätte verwiesen. Auch Psychiater, Jobcenter oder sozialpsychiatrischer Dienst vermittelten Menschen an Trialog. Der Kostenträger sei dann meistens die Eingliederungshilfe des Landkreises Göttingen.

Infogespräch und Probewoche stehen am Anfang

Entscheidet sich jemand, zur Tagesstätte zu kommen, gibt es erst einmal ein Informationsgespräch, danach eine Probewoche. Dann kann sich die interessierte Person entscheiden, ob sie kommen möchte oder nicht. Wie lange das Angebot der Tagesstätte dann genutzt wird, sei unterschiedlich. Manche bleiben wenige Monate, manche Jahre.

Bei der Tagesstätte Trialog arbeiten neben Sozialpädagogin Heike Herborg ihre Kolleginnen Britta Urban, ebenfalls Sozialpädagogin, Ergotherapeutin Inga Nickel und Adrian Dornieden als studentische Hilfskraft.

Geöffnet ist immer montags bis freitags, der Eingang befindet sich an der Radbrunnenstraße. An jedem Donnerstag findet ein offener Treff mit Kaffee und Kuchen, Kreativangeboten und Konzentrationstraining statt, an dem jeder, ob krank oder nicht, nach Voranmeldung teilnehmen kann. (Jens Döll)

In Hann. Münden gibt es mehrere Hilfsangebote für Menschen mit Not. Zum Beispiel Hilfe für Obdachlose. Der Tagestreff Kaffeemühle musste aber schließen.

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