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Hann. Münden: Brandschutz macht Turmlesungen zunichte

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Von: Thomas Schlenz

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Eine Kirchturmführung zum Dachstuhl und zur Türmerwohnung in St. Blasius gehört mit zum Programm der „Sommer-Kultour“ in Hann. Münden.
Im Turm der St-Blasius-Kirche befindet sich die Türmerwohnung. Diese sollte zum Schauplatz von Lesungen werden. Nun müssen diese entfallen. (Archivbild) © Jens Döll

Dicke Luft im Turm der St.-Blasius-Kirche in Hann. Münden: Dort sollten Lesungen stattfinden, alles war vorbereitet. Nun stellt laut der Verwaltung der Brandschutz ein Problem dar. Die Gästeführer sind verärgert.

Hann. Münden – In diesem Winter hätten eigentlich mehrere Lesungen der Stadtführergilde in der Türmerwohnung der St. Blasius-Kirche in Hann. Münden stattfinden sollen. Eine Neujahrslesung war beispielsweise am 07.01.2023 angesetzt. Die Touristik hatte diese und weitere Geschichten auf dem Turm bereits groß angekündigt. Doch daraus wurde nichts: Die Stadt beschloss kurzfristig: zu gefährlich. Mitglieder der Stadtführergilde zeigten sich daraufhin wütend über die in ihren Augen plötzliche Entscheidung der Verwaltung.

Hann. Münden: Lesungen fallen im Turm aus

„Die Stadtführergilde ist verärgert. Alle Vorbereitungen waren getroffen, die Türmerwohnung liebevoll dekoriert, alle Geldausgaben der Vorleserinnen für die Katz“, erklärten Marie Anne Langefeld und Martina Pakusch von der Stadtführergilde. „Wir können es nicht nachvollziehen, zumal jeder Besucher vor Besteigen des Turms eine persönliche Haftungsausschlusserklärung unterzeichnen muss. Solche Maßnahmen steigern nicht das Engagement der Gästeführerinnen und -führer für den Tourismus in unserer Stadt“, hieß es von den Stadtführerinnen weiter.

Auf Anfrage unserer Zeitung bestätigte die Stadtverwaltung, dass ein Mitglied der Stadtführergilde zunächst eine mündliche Zusage erhalten habe, den Turm nutzen zu können.

Hann. Münden: Verwaltung nahm Zusage wegen Brandschutz zurück

Diese Zusage habe allerdings wieder zurückgenommen werden müssen: Die St. Blasius Kirche werde regelmäßig statisch beurteilt. Bei einer Ortsbegehung sei dem zuständigen Ingenieur aufgefallen, dass sich die Bestuhlung für die geplanten Lesungen in der sogenannten „Türmerwohnung“ befand. Es sei ein Hinweis darauf erfolgt, dass der Turm für Veranstaltungen nicht ohne weitere Maßnahmen freigegeben werden sollte, weil kein vorschriftsmäßiger Rettungsweg vorhanden sowie der Brandschutz nicht gewährleistet sei, so die Stadt.

Haftungsausschluss sei aus juristischer Sicht zweifelhaft

Die Verwaltung habe in der Vergangenheit die Nutzung des Turms für Veranstaltungen nach Unterzeichnung eines Haftungsausschlusses zwar regelmäßig genehmigt. Dieser Haftungsausschluss sei aber aus juristischer Sicht zweifelhaft gewesen. Anders sei das beim DenkmalKunst-Festival: „Beim DenkmalKunst-Festival hatte der Veranstalter Auflagen zu erfüllen. Dieser musste entsprechend geschultes Personal bereitstellen, selbst für ausreichende Beleuchtung im Turm sorgen und Feuerlöscher vorhalten“, wird Denkmalpflegerin Sabine Momm zitiert. (Thomas Schlenz)

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