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Partnerschaftsverein Hann. Münden hilft in Polen Geflüchteten

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Von: Jens Döll

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Chelmno Polen Innenstadt
Chelmo in Polen ist seit 1992 die Partnerstadt von Hann. Münden in Deutschland. © Privat

Hann. Münden unterhält eine Partnerschaft mit Chelmno in Polen. Der Partnerschaftsverein sammelt nun Spenden, um dort Menschen zu unterstützen, die vor dem Krieg in der Ukraine geflüchtet sind.

Hann. Münden/Chelmno – Der Mündener Partnerschaftsverein steht im engen Kontakt mit der Stadt Chelmno (Kulm), Hann. Mündens Partnerstadt in Polen.

Verein aus Hann. Münden: Waisenkinder in Chelmno brauchen Hilfe

Zahlreiche Geflüchtete aus der Ukraine, in der seit Wochen ein brutaler Krieg tobt, sind in die Stadt untergekommen. „Vor Kurzem wurden 30 Waisenkinder aufgenommen“, berichtet Frank Stryga, Vorsitzender des Mündener Partnerschaftsvereins. Diese seien mit „gar nichts“ gekommen. Der Partnerschaftsverein setzt nun die Spenden dafür ein, sie mit dem Nötigsten zu versorgen. „Um die Kinder in Polen zu integrieren, müssen sie beispielsweise mit Schul- und auch Sportsachen ausgestattet werden“, so Stryga.

Transport in Polen angekommen. Der Mündener Jaroslaw Rzepka (vierter von rechts) hat die Spenden übergeben. Sie werden weiter in die Ukraine geliefert.
Transport in Polen angekommen. Der Mündener Jaroslaw Rzepka (vierter von rechts) hat die Spenden übergeben. Sie werden weiter in die Ukraine geliefert. © Partnerschaftsverein Hann Münden

Neben den Waisenkindern hat die Stadt, die früher unter dem Namen Kulm bekannt war, bereits Hunderte Menschen aus dem Kriegsgebiet aufgenommen. Um ihnen zu helfen, haben die Partner aus Hann. Münden Spenden gesammelt und sammeln weiter.  „Chelmno hat eine Partnerstadt in der Ukraine, Kaniv“, berichtet Stryga. Diese ist etwa 125 Kilometer entfernt. Die Korridore dorthin seien noch offen.

 „Chelmno hat eine Partnerstadt in der Ukraine, Kaniv“

Ein Hilfstransport aus Münden kam am Dienstag (12.04.2022) in Chelmno an, mit an Bord waren 1000 Euro. „Wir sind im engen Kontakt mit unseren Freunden in Chelmno und entscheiden von Fall zu Fall, ob die Hilfe für die Geflüchteten in der Stadt ist oder in die Ukraine geht.“ Alle zwei Wochen soll nun ein Transport aus der Dreiflüssestadt aufbrechen.

„Spenden können weiter an unser Konto bei der Sparkasse Göttingen überwiesen werden“, sagt Stryga. Zudem läuft am Geschwister-Scholl-Haus eine Sammelaktion für Verbandkästen und Verbandmaterial“, so Stryga weiter. Die Praxis Jann Schwarzkopf sammele weiter Verbandssachen. Der nächste Transport nach Polen soll am 1. Mai-Wochenende auf den Weg gehen.“ Von Kleiderspenden bitten die Ehrenamtlichen abzusehen.

Medikamente und Verbandsmaterial gesucht

Auch werden vor Ort dringend lebensnotwendige Medikamente wie Insulin benötigt, die dann weiter in die Ukraine geliefert werden können. „Wir können die Kühlkette bei einem Transport sicherstellen, vielleicht findet sich jemand, der helfen kann“, heißt es von Frank Stryga. Die ersten 2500 Euro, die sich aus Spenden an den Partnerschaftsverein und vom Mündener Verein Rock for Tolerance zusammensetzen, wurden bereits in die Partnerstadt gebracht.

In Polen wurde davon Babynahrung gekauft, durch den schwächeren Zloty (Währung in Polen, Anm. der Redaktion) konnten wir die Kaufkraft steigern, auf über umgerechnet 6000 Euro.“ Auch wurde für Frauen und Kinder, die in einer Jugendbegegnungsstätte leben, die der Partnerschaftsverein mitaufgebaut hatte, frische Wäsche gekauft.

„Das ehrenamtliche Engagement in Polen ist echt irre“

„Die Hilfe vor Ort ist groß, das ehrenamtliche Engagement in Polen ist echt irre“, fügt Frank Stryga hinzu, 70 Prozent der Geflüchteten seien nicht in staatlichen Unterkünften untergebracht, sondern bei Privatleuten. „Diese Privatpersonen gilt es zu unterstützen.“ Vor Kurzem gab es darum eine Videoschalte mit den Bürgermeistern und Partnerschafbeauftragten. „Es ging darum, was wo nötig ist.“ (Jens Döll)

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