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Viel Zustimmung für den Wall bei Infoveranstaltung zu Weihnachtsmarkt

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Von: Thomas Schlenz

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Im Wall? In der Innenstadt? Oder ganz wo anders? In Hann. Münden wird in diesem Jahr öffentlich über einen Standort für den Weihnachtsmarkt diskutiert. Das Bild zeigt die Wallanlagen. archivfoto: jens döll
Der Wall ist Favorit: In Hann. Münden wurde öffentlich über einen Standort für den Weihnachtsmarkt diskutiert. © Jens Döll

Diskussionsrunde im Rittersaal zum Standort des Mündener Weihnachtsmarkts. Dabei sprach sich eine Mehrheit der Anwesenden für den Wall aus. Aber es gab auch viele Gegenstimmen. Die Entscheidung ist nicht bindend.

Hann. Münden – Im vergangenen Jahr sollte der Mündener Weihnachtsmarkt erstmals als Winterzaubermarkt in den Wallanlagen stattfinden. Die Entscheidung für den Standort führte zu einer hitzigen Diskussion. Kritiker fürchteten Schäden für die Pflanzen in dem Park.

Hann. Münden: Weihnachtsmarkt 2021/22 führte zu diskussionen

Am Donnerstag (31.03.2022) hatte Matthias Biroth von Hann. Münden Marketing zu einem Workshop mit Diskussionsrunde im Welfenschloss eingeladen. Interessensgruppen und Bürger waren der Einladung gefolgt und beteiligten sich am Gespräch über den künftigen Standort des Marktes, dabei wurden Alternativen wie beispielsweise auf dem Kirchplatz, dem Rathausvorplatz, den Schlagden und dem Packhof sowie dem Schlossplatz beleuchtet.

Bei einer nicht repräsentativen Abstimmung der Teilnehmer am Schluss der Veranstaltung lag der Wall schließlich mit 21 Stimmen vorn, gefolgt von zehn Stimmen für Schlagden, Packhof und Dielengraben. Endgültig soll jedoch erst im Verwaltungsausschuss und im Rat eine Entscheidung für den Marktstandort gefällt werden.

Als Kritiker eines Weihnachtsmarkts im Wall meldeten sich der ehrenamtliche Klimaschutzbeauftragte der Stadt, Volker Meng, und der Umweltpfleger Jens Helberg zu Wort. Unter anderem durch die Buden werde der Boden verdichtet. Dadurch würden die Wurzeln und letztlich die Bäume beschädigt. Man sehe die Schäden zwar nicht sofort, aber zeitversetzt, so Meng.

Wall in hann. Münden: Schaden an der Natur?

Für die Stadt bedeute das zusätzliche Kosten für die Beseitigung der Schäden. Jürgen Liebrecht vom Fachdienst Kommunale Dienste der Stadt relativierte dieses Argument: Zwar sei es naiv zu glauben, dass es keinerlei Schäden geben werde, „aber wir als Kommunale Dienste glauben, dass diese sehr gering sein werden und wir damit gut umgehen können“, so Liebrecht. Eleonore Dehnerdt fürchtete, dass durch die kommerzielle Nutzung des Walls für einen Markt das Projekt Grün-Blauer Ring in Gefahr sei und damit Bundesfördermittel in Höhe von 80 000 in den Sand gesetzt würden.

Matthias Biroth wies das zurück und betonte, dass beim Projekt Grün-Blauer Ring eine Nutzung des Gebietes ausdrücklich erlaubt sei. Außerdem zeigte Biroth anhand von Bildern auf, dass nach dem Aufstellen der Buden keine Schäden entstanden seien. SPD-Ratsmitglied Kevin Barth wies die Befürchtungen, der Wall könne Schaden nehmen, zurück: „Ich kann das Argument der Bodenverdichtung nicht nachvollziehen. Mir kann keiner erzählen, dass die Bäume geschädigt werden.“ Das Argument sei an den Haaren herbeigezogen, so Barth.

Hann. Münden: Ausschuss muss entscheiden

Zuhörer Raoul van Dorssen verwies auf Hochseilgärten im Harz, bei denen Stahlseile zwischen Bäumen gespannt würden: „Ich halte es für fragwürdig, dass durch so einen Markt der Wall stirbt und bin für den Standort“, so van Dorssen. „Wir unterhalten uns jetzt über die Zukunft, über 2023. Warum geben wir aber nicht dem Wall jetzt eine Chance und nutzen das Konzept für 2022?“, fragte Gilden-Vorstand Andreas Sadowsky. Die Idee sei gut, die Wegeführung perfekt gewesen. „Wir als Gilde unterstützen das Projekt“. Fritz Fehrensen und Dr. Birgit Nolte-Schuster von Münden Aktiv (Müna) regten einen Kompromiss an: „Wir müssen zu einem Kompromiss für den Naturschutz kommen“, so Fehrensen. Es gehe darum, den Wall naturschonend in ein Konzept aus qualitativ hochwertigen Ausstellern zu integrieren, ergänzte Nolte-Schuster. (Thomas Schlenz)

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