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Landtagsabgeordneter Gerd Hujahn (SPD) im Interview: „Arbeit weiterführen“

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Von: Jens Döll

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Will seinen Sitz im Landtag verteidigen: Gerd Hujahn (SPD) kandidiert erneut für das Direktmandat im Wahlkreis 15.
Gerd Hujahn (SPD) wurde wiedergewählt für fünf Jahre. Was hat er nun in Hannover vor? © Thomas Schlenz

Gerd Hujahn (SPD) wurde bei der Niedersächsischen Landtagswahl in die zweite Amtszeit gewählt. Er erhielt in seiner Heimatstadt Hann. Münden viele Stimmen. Was plant er in den kommenden fünf Jahren?

Hann. Münden – Gerd Hujahn (SPD) ist eine weitere Legislaturperiode im Landtag in Hannover vertreten. Der Lippoldshäuser bekam 47,92 Prozent der Erststimmen in der Stadt Hann. Münden und 41,31 Prozent im Wahlkreis 15 Göttingen/Münden. Wir haben mit ihm über seine Ziele und Pläne in den kommenden fünf Jahren geredet.

Herr Hujahn, waren Sie von der Wiederwahl überrascht?

Ich habe auf die Wiederwahl gehofft und die äußeren Anzeichen und auch das Feedback der Menschen haben mich im Vorfeld positiv gestimmt. Ich war also nicht völlig überrascht. Es ist ein gutes Ergebnis, wenn eine 4 davor steht.

Was sehen Sie als große Herausforderung, auch für den ländlichen Raum, in den kommenden fünf Jahre?

Ich will meine bisherige Arbeit weiterführen. Dazu gehört auch das Thema Wohnraum. Dazu müssen wir über die Reaktivierung von Industriebrachen nachdenken, beispielsweise das C.F. Schröder Gelände in Neumünden. Dazu muss es aber Förderprogramme geben, beispielsweise muss die Altlastenentsorgung gefördert werden. Sonst ist für Investoren die grüne Wiese immer attraktiver. Mit richtigen Förderprogrammen können wir die Bodenversiegelung auf ein gesundes Maß reduzieren, das würde auch dem Klimaschutz nützen.

Stichwort Klimaschutz. Welche Ideen wollen Sie dafür in Hannover anstoßen?

Der Klimaschutz muss Geschwindigkeit aufnehmen. Zu den beiden Windrädern bei Jühnde wird es Gespräche geben. Zudem muss über den Ausbau nachgedacht werden. Dazu gäbe es bei Lutterberg und Gut Ellerode Flächen, die zum Mündener Stadtwald gehören. Durch eine Beteiligung könnte man die Wertschöpfung in der Region halten, wir werden an Standorte in den Wäldern ran müssen. Auch über die Nutzung von Prozesswärme von Firmen muss gesprochen werden. So könnten Wärmenetzwerke entstehen. Dabei müssen natürlich die Kommunen mitwirken.

Wie ist Ihr Standpunkt zum Thema Werra-Versalzung?

Wir werden auf K+S einwirken, damit sie sich an die Vereinbarungen halten. Zudem müssen Projekte, die Kaliabwasser anders zu entsorgen, vorangebracht werden. Beispielsweise gibt es Projekte, das Salzwasser wieder in die Erde einzubringen. Unsere Linie dazu ist deutlich.

Nun ein Thema, das Hann. Münden bewegt: Der Philosophenweg ....

...der in Niedersachsen so ein besonderer Fall ist. Der Komplex muss gelöst werden. Es darf zu keinen Belastungen für die Anwohner kommen, die aus dem Rahmen fallen.   Allerdings kann die Abschaffung der Straßenausbaubeiträge im ganzen Land nicht die Lösung sein. Ein Thema, was zu klären ist, ist die Beteiligung der Deutschen Bahn. Das muss noch mal geprüft werden. Dann muss man über Förderungen nachdenken.

Welcher Bereich ist neben dem Klimaschutz wegweisend?

Das ist die Bildung. Dafür braucht es Erzieher und Lehrer. Wir haben in unserer Region das Problem, dass es zu Abwanderungen nach Hessen und NRW kommt. Die Leute gehen dahin, wo die Bedingungen besser sind. Daher müssen wir diese in Niedersachsen anpassen. Auch muss der Quereinstieg erleichtert werden. Kann ich meine Berufserfahrung einbringen? Das muss eine zentrale Frage sein.

Haben Sie Ideen, wie die medizinische Versorgung im ländlichen Raum sichergestellt werden soll?

Die Versorgung muss zukunftsfest werden. Eine Idee wäre beispielsweise ein RVZ (Regionales Versorgungszentrum; Anmerkung der Redaktion) , in dem dann Hausärzte angesiedelt sind. Das bietet sich für Mittelstädte an. Das wird beispielsweise in Alfeld (Leine) umgesetzt.   Dafür gibt es auch Förderungen. Dabei müssen aber die Kommunen handeln. Wir können das dann unterstützen.   Das wäre mein Wunsch für Hann. Münden.

Zur Person

Gerd Hans Hujahn (61) ist verheiratet und lebt im Mündener Ortsteil Lippoldshausen. Der Ortsbürgermeister ist Mitglied in mehreren Vereinen. Mit seiner Frau, die zwei Kinder aus erster Ehe hat, hat er ein gemeinsames Kind. Zur Familie gehören auch fünf Enkelkinder. Vor seiner Wahl als Landtagsabgeordneter war Hujahn 39 Jahre lang im Polizeidienst. Vom Wachtmeister arbeitete er sich dort bis zum leitenden Polizeibeamten und Personaldezernten der Polizeidirektion Göttingen hoch. 

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