„Die Wunderübung“

Wehlheider Hoftheater gastierte bei Kraftwerk-Kirche: Komische Szenen einer zerrütteten Ehe

Magdalena Horn als Joana Dorek und Sascha Burgstedt (links) als Valentin Dorek sowie Thomas Gerner als Paartherapeut Harald überzeugten in ihren Rollen. Das Wehlheider-Hoftehater war in Volkmarshausen zu Gast.
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Magdalena Horn als Joana Dorek und Sascha Burgstedt (links) als Valentin Dorek sowie Thomas Gerner als Paartherapeut Harald überzeugten in ihren Rollen.

Das Wehlheider Hoftheater aus Kassel war beim Kraftwerk-Kirche in Volkmarshausen (Hann. Münden) zu Gast. Sie spielten ein Stück des österreichischen Autors Daniel Glattauer.

Volkmarshausen – Hat man solche Situationen nicht schon selber erlebt? Spiegelten sich da nicht ab und zu mal Gegebenheiten aus dem eigenen Ehealltag wider? Mit Sicherheit fanden einige Paare bei der Komödie „Die Wunderübung“ am Sonntagabend in der Kraftwerk-Kirche in Volkmarshausen Parallelen. Dort gastierte das Wehlheider Hoftheater aus Kassel, unter der Regie von Uta Cramer, mit der Komödie des österreichischen Autors Daniel Glattauer.

Nach 17 Jahren: Ehe ist zerrüttet

Nach 17 Jahren und zwei Kindern befindet sich die Ehe von Joana (Magdalena Horn) und Valentin Dorek (Sascha Burgstedt) nicht gerade in der besten Phase, man hat sich auseinandergelebt. Deshalb ist ein Besuch beim Paartherapeuten Harald (Thomas Gerner), angesagt. Der versucht zu ergründen, warum in der Ehe der Beiden so einiges schief läuft. Kaum hat das Paar Platz genommen, geht es los mit Streit, Vorwürfen und Demütigungen. Es herrscht eisige Stimmung zwischen den Eheleuten, bissige Beschuldigungen voller Sarkasmus und Zynismus bestimmen den Verlauf. Therapeut Harald bewahrt professionelle Ruhe und unternimmt viele Versuche, die Streithähne zu besänftigen, jedoch ohne Erfolg – bis seine Wunderübung greift.

Drei-Personen-Stück auf der Bühne in Volkmarshausen

Gerner spielte die Rolle so überzeugend, dass man meinen mochte, im richtigen Leben gehe er ebenfalls diesem Beruf nach. Mit Horn und Burgstedt brachte er ein erfrischend kurioses Drei-Personen-Stück auf die Bühne.

Den Schauspielern ist es von Anfang an gelungen, die Zuschauer zu faszinieren und den klischeehaften Rollenbildern von Mann und Frau den Spiegel vorzuhalten: Sie reden nicht miteinander, sondern übereinander. Er will Frieden, sie möchte Schritte in die richtige Richtung. Nicht zuhören, nicht zu Wort kommen lassen, Vorwürfe und alte Geschichten wieder aufleben lassen.

Stück brachte die Besucher zum Lachen

Da mussten die Besucher schon das eine oder andere Mal schmunzeln und lachen. Joana wusste immer schon vorher, was ihr Ehemann sagen wollte, und ihr anschließender Redeschwall zwang ihn zum Schweigen. Valentin strafte sie dafür mit Gefühlskälte. Jeden Missstand nahm er so hin und sah auch keinen Grund für Veränderungen. Ein turbulenter Verlauf beim Paartherapeuten bei dem so unterschiedliche Charaktere aufeinandertrafen und sich immer enger im Beziehungsdschungel verirrten. Die Ensemblemitglieder zeigten sich dabei äußerst überzeugend. (Von Petra Siebert)

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