Einmaliges Schauspiel

Lasershow zum Weihnachtsmarkt: Beschwerden von Anwohnern

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Fassade als Leinwand: Die Blasiuskirche wurde Bühne für die Lasershow.

Hann. Münden. Die Lasershow am Eröffnungswochenende des Mündener Weihnachtsmarktes kam - bei fast allen - gut an. Sie wird aber nicht fortgesetzt.

Wie ein Leuchtturm in schwarzer See stand die Tillyschanze am Freitag, sandte Lichtstrahlen zum Mündener Weihnachtsmarkt und zauberte ein Feuerwerk an den Himmel. Die WWS (Weserumschlagstelle Hann. Münden, Wirtschaftsförderungs- und Stadtmarketing GmbH) hatte dort einen Laser aufbauen lassen. Unten ließ ein zweiter Laser den Weihnachtsmann mit seinem Schlitten und allerlei andere Figuren über die Fassade der Blasiuskirche flitzen. Gruppenweise standen die Fotografen mit ihren Stativen am Fächerbrunnen, um das flüchtige Spektakel einzufangen. Gut, wer diese Chance genutzt hat: Die WWS hat den Laser bereits wieder abgebaut. Es hatte Beschwerden aus der Bevölkerung gegeben.

Schon nach dem Testlauf am Donnerstag hätten die Telefone im Ordnungsamt und bei der WWS nicht stillgestanden, berichtet Thomas Kossert von der WWS. Anwohner beschwerten sich, denen der Laser in die Wohnungen strahlte.

Ob das schon das endgültige Aus für diese besondere Lichtshow ist oder ob der Laser wenigstens zum Abschluss des Weihnachtsmarktes oder zu Silvester nochmal straheln darf, das konnte Kossert am Sonntag noch nicht sagen. Beim Einjustieren gebe es Lichtirritationen, die sich nicht vermeiden ließen, erklärte Fachmann Jürgen Plotz von der Firma Arflow, die den Laser eingestellt hatte. 

Die Lasershow war speziell für die Eröffnungsparty programmiert. An den anderen Tagen des Weihnachtsmarktes sollte das Licht von der Tillyschanze aus lediglich einen Teppich über den Dächern der Stadt bilden – da wäre kein Fenster getroffen worden, so Plotz. Er hatte in seiner Freizeit den Laser programmiert und eingestellt, der WWS werden nur die Betriebsstunden in Rechnung gestellt, und er ist enttäuscht. Solange es Leute gebe, die sich über so etwas beschwerten, könne man in Hann. Münden nichts Neues auf die Beine stellen. 

Mit Flugsicherung, Ordnungsamt, Denkmalschutz, Stadt und dem Naturschutz – wegen der Fledermäuse – sei die Lasershow abgesprochen gewesen, so Kossert. Ein Laserschutzbeauftragter war beim Einjustieren dabei, ergänzt Plotz: Die Laserstrahlen seien nicht gesundheitsschädlich. Wenn man direkt ins helle Licht blicke, sei das unangenehm, aber auch nicht anders als in eine helle Lampe zu schauen. Das Publikum indes bekam von den Problemen hinter den Kulissen am Freitag nichts mit, bewunderte die Lichteffekte und tanzte bei der Eröffnungsparty zwischen den Markthäuschen.

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