Hobbywinzer

Edler Tropfen in Südniedersachsen: Wein aus Bonaforth

Hobbywinzer Ralf Klemke steht vor seinem Grundstück in Bonaforth, Ortsteil von Hann. Münden. Dort pflanzt er Weinreben an.
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Die ersten Trauben erwartet Ralf Klemke 2023. Bis dahin müssen die kleinen Pflänzchen noch wachsen.

Wein aus dem Hann. Mündener Ortsteil Bonaforth. Dafür will Hobbywinzer Ralf Klemke sorgen. Bis zur ersten Ernte wird aber noch Zeit vergehen.

Bonaforth – „Eine halbe Stunde Rasenmähen reicht mir nicht“, sagt Ralf Klemke mit Blick auf seinen pflegeleichten Garten und den Ruhestand, den er in fünf Jahren antreten will. Die Lösung: Ein Grundstück in Bonaforth, auf dem seit Kurzem rund 230 Weinreben wachsen. Der 55-jährige Hemelner erwartet 2024 die erste Traubenernte.

Klemke hat vor zwei Jahren begonnen, sich in das Winzern einzulesen, erzählt er. Nun sei er Mitglied im Niedersächsischen Weinbauverband, habe die Pflanzrechte durch die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung erhalten und Anfang des Jahres ein 600 Quadratmeter großes Grundstück in Bonaforth erworben.

Drei Sorten: Weinreben in Bonaforth angepflanzt

Dort wachsen nun Reih an Reih die Sorten Solaris, Cabernet Jura und Cabertin. Bei der Auswahl der Sorten habe er bewusst darauf geachtet, besondere Weine anzupflanzen. Denn „Dornfelder und Riesling gibt es günstig im Supermarkt“, sagt der 55-Jährige.

Der Weißwein Solaris schmecke fruchtig, nach Mandel und Karamell. Diese Sorte möchte Klemke „Horsta“ benennen, nach seinen Eltern Horst und Christa. Der Rotwein Cabernet Jura soll fruchtig, beerig mit einer Muskatnote schmecken. Der Cabertin ist ebenfalls ein Rotwein, mit einer Pfeffer, Mokka, Espressonote. Klemke selbst habe jahrelang Rotwein bevorzugt. „Doch dann habe ich einen Weißwein probiert und war so begeistert, dass ich noch Platz für eine dritte Sorte gemacht habe.“

Die Reihen der Weinreben wechseln sich derzeit ab mit bunten, summenden Blühstreifen, auf den ersten Blick ist das Feld nicht als solches zu erkennen. Die Blühpflanzen haben einen guten Grund, erklärt Klemke. Er will seinen Wein biologisch anbauen, jedoch ohne kostspielige Zertifizierung. Die Blühwiese wird später untergehoben und soll für Kenner im Wein zu schmecken sein.

Ziel von Ralf Klemke: Circa 300 Flaschen Wein keltern

Ziel des Hobbywinters ist es, etwa 300 Flaschen in der eigenen Garage selbst zu keltern. Vier Edelstahltanks stehen schon bereit. Die Abfüllanlage soll folgen, wie auch eine Webseite für den „Weinhof Klemke“.

In den nächsten Wochen erwartet der Neu-Winzer Weinbergspfähle und Drahtrahmen für seine Jungpflanzen. Zeitgleich bildet er sich in Onlinekursen im Winzern fort. Wenn es Fragen gibt, steht ihm seine Facebook-Gemeinschaft aus erfahrenen Winzern mit Ratschlägen zur Seite.

Zugleich ist Klemke auf der Suche nach einer weiteren Fläche für den Anbau und kann sich auch vorstellen, mit Partnern zusammenzuarbeiten. Langweilig sollte es im Ruhestand nun nicht werden dürfen.

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