Betriebe und Verwaltung halten an Öffnungsprojekt fest

Hann. Münden will Modellkommune sein

Luftaufnahme der historischen Innenstadt von Hann. Münden 2020.
+
Luftaufnahme der historischen Innenstadt von Hann. Münden aus 2020.

Aktualisiert am Freitag, 16.04.2021: Nachdem der Start für das Projekt „Modellkommune Hann. Münden“ auf unbestimmte Zeit verschoben wurde, hat sich der Verwaltungsausschuss der Stadt am Mittwoch, 14.04.2021, mit dem Thema befasst.

Wie Bürgermeister Harald Wegener mitteilt, hat der Ausschuss mehrheitlich „grundsätzlich die Einführung von Modellprojekten in Niedersachsen begrüßt“. Es wurde beschlossen, das Öffnungskonzept unter Berücksichtigung aktueller Entwicklungen gemeinsam vorzubereiten.

Die Ratsmitglieder waren von der Bewerbung und Wahl der Stadt als Modell für Öffnungen in der Coronapandemie auf Initiative von Bürgermeister Harald Wegener überrascht gewesen. Der Start ist bis zur Änderung des Infektionsschutzgesetzes verschoben.

Artikel vom Mittwoch, 14.04.2021: Für die Vorbereitung der Modellkommune Hann. Münden haben sich Vertreter von Verwaltung, Tourismus, Einzelhandel, Gaststätten und Hotellerie am Montagabend, 12.04.2021, online ausgetauscht. Das Projekt war am Sonntag niedersachsenweit ins Stocken geraten, weil das Infektionsschutzgesetzes bundesweit verschärft werden soll. Unter anderem sollen ab einer 7-Tage-Inzidenz von 100 automatisch strengere Coronamaßnahmen umgesetzt werden. Unklar ist, ob die Projekte zur kontrollierten Öffnung in Modellkommunen dann weitergeführt werden dürfen. Das soll vor dem Start geklärt werden.

Die Video-Konferenz mit über 30 Teilnehmern habe gezeigt, wie groß das Interesse an der Modellkommune ist, teilt Bürgermeister Harald Wegener am Dienstag mit. „Es wurden viele Fragen gestellt, die zum größten Teil beantwortet werden konnten.“ Die Teilnehmer wollten im Austausch bleiben, um bei einem Start der Modellkommunen gut vorbereitet zu sein.

„Wir haben jetzt eine Inzidenz von 70. Wenn wir zwei Tage aufmachen und bei einer Inzidenz von 100 wieder schließen müssen, macht das keinen Sinn“, sagt Guido Einecke, Inhaber des Ratsbrauhauses von Hann. Münden und erster Vorsitzender des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) im Kreisverband Hann. Münden. Für eine Öffnung müsse Personal eingeplant und Ware bestellt werden. Für wenige Tage sei das nicht wirtschaftlich. Dem schließt sich Andreas Sadowsky, Einzelhändler und Vorsitzender der Mündener Gilde, an.

„Wenn man einen negativen Test vorlegen hat und die Kontakte nachverfolgen kann, dann können sich die Menschen ins Café setzen und shoppen gehen“, fasst Einecke die Projektidee zusammen. Er unterstütze die Modellkommune, weil er sich von den Erfahrungen des Projekts eine langfristige Öffnungsperspektive erhofft, für die Bewirtung im Inneren und die Buchungssicherheit bei Hotels. Das Projekt sieht eine Bewirtung im Freien vor. Einecke wünscht sich dafür klare Regeln: „Was ist, wenn ein Schauer kommt, wo setze ich dann meine Kunden von der Terrasse hin?“

Während des Projekts gelten für den Einzelhandel weiterhin die Hygieneregeln wie Maskenpflicht, Abstandhalten und maximale Kundenzahlen, erklärt Sadowsky. Das Konzept der Terminvereinbarung würde während des Projekts für die teilnehmenden Betriebe wegfallen. Damit seien aber aktuell viele Inhaber zufrieden. Andreas Sadowsky appelliert an alle Betriebe in der Innenstadt, an dem Modellprojekt teilzunehmen: „Ich wünsche mir, dass möglichst viele das Projekt drei Wochen begleiten, das ist auch eine verlässliche Ansage an die Kunden.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.