Landkreis Göttingen: Fünf Corona-Reihentests

Hann. Münden: Landkreis Göttingen spricht von breitem Infektionsgeschehen

Staatliches Gesundheitsamt nähe Albaniplatz in Göttingen. Dort laufen die Fäden der Coronabekämpfung zusammen.
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Staatliches Gesundheitsamt nähe Albaniplatz in Göttingen. Dort laufen die Fäden der Coronabekämpfung zusammen.

Die Zahl der akut mit dem Coronavirus Infizierten ist mit am Montag in Hann. Münden leicht gesunken. Der Landkreis Göttingen gibt neue Informationen zu Massentests.

Hann. Münden – Am Montag waren 88 Menschen akut infiziert, am Sonntag waren es noch 92. In Stadt und Landkreis Göttingen waren am Montag 282 Menschen akut mit dem Virus infiziert. Der Inzidenzwert, also die Quote der Neuinfektionen je 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen, lag laut des maßgeblichen Lageberichts des Landes bei 64,7.

Die Gesamtzahl bislang bestätigter Covid-19 Fälle stieg auf 2482; davon sind 862 in der Stadt Göttingen gemeldet, 1620 im weiteren Kreisgebiet. 2108 Personen im Kreis Göttingen galten bis Montag als von der Infektion genesen, 92 Menschen sind in Verbindung mit Covid-19 gestorben. Laut Landkreis wurden seit dem 5. November im Bereich der Stadt Hann. Münden fünf Reihentests in drei Einrichtungen durch den Krisenstab organisiert.

Alle Ergebnisse lägen vor. Ein weiterer Reihentest sei geplant, um als Nachfolgetest bisherige Ergebnisse zu verifizieren, erklärte der Landkreis. Mit positivem Laborbefund bestätigte Corona-Infektionen seien meldepflichtig und dem Gesundheitsamt in vollem Umfang bekannt. Die anschließende aufwendige Kontaktverfolgung diene zwei Zielen. Erstens: mögliche Infektionen weiterer Personen zu identifizieren und zweitens: bei engen Kontakten zur infizierten Person die Infektionsketten durch häusliche Quarantäne zu durchbrechen.

Es handele sich in Hann. Münden, wie im Landkreis und in ganz Deutschland, um ein breites Infektionsgeschehen, von dem in Hann. Münden unterschiedliche Institutionen betroffen seien. Genauere Angaben machte der Landkreis nicht. Bei den betroffenen Schulen, die Schule am Botanischen Garten und die Berufsbildenden Schulen Hann. Münden (wir berichteten), gebe es keine neuen Erkenntnisse. Das Klinikum Hann. Münden hatte zuletzt von zwei positiv Getesteten auf der Isolierstation aber von aktuell keinen Coronapatienten auf der Intensivstation berichtet.

Was gilt es nun in Hann. Münden zu beachten? Fragen und Antworten

Auch wenn am Montag die Zahlen wieder leicht gesunken sind, sind viele Mündener besorgt und verunsichert. Was ist zu tun, wenn ich mich krank fühle? Wie läuft die Quarantäne ab? Und was gibt es noch zu beachten? Wir geben Antworten.

Wo kann man Nachfragen, wenn ich den Verdacht habe, mich mit Corona infiziert zu haben?

Die erste Anlaufstelle sollte der Hausarzt sein. Das teilt das Gesundheitsamt der Stadt und des Landkreises Göttingen mit. Dabei ist zu beachten, dass eine Kontaktaufnahme telefonisch stattfindet. „Suchen Sie keinesfalls eigenmächtig das Testzentrum der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen auf. Dort werden ausschließlich Personen getestet, die zuvor von ihrer Hausärztin oder ihrem Hausarzt verbindlich angemeldet wurden“, heißt es weiter. Es sollte vermieden werden, zu dem Arzttermin mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren.

Und was mache ich außerhalb der Öffnungszeiten meines Hausarztes?

Dann direkt beim ärztlichen Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung anrufen. Diese ist bundesweit unter der Nummer 116 117 zu erreichen. Dort wird dann das weitere Vorgehen besprochen. Die Notrufnummer 112 sollte nur in Notfällen kontaktiert werden, um diese Nummer für eben solche freizuhalten.

Was tue ich, wenn ich mit einem Coronavirus-Träger in Kontakt gekommen bin?

„Rufen Sie das zuständige Gesundheitsamt an“, so der Landkreis. Betroffene ohne weitere Symptome werden unter eine 14-tägige Quarantäne gestellt. Das heißt: Man darf die häusliche Umgebung nicht verlassen. Falls in der Zeit Symptome auftreten, muss der Hausarzt und das zuständige Gesundheitsamt verständigt werden.

Und wenn ich infiziert bin, aber keine Symptome habe?

Hier gilt: häusliche Quarantäne. „In dieser Zeit wird sich das Gesundheitsamt täglich mit dem oder der Betroffenen in Kontakt setzen, um den Gesundheitszustand zu beobachten und rasch zu handeln, falls Symptome auftreten sollten“, schreibt der Landkreis auf seinem Onlineauftritt.

Was mache ich, wenn ich Symptome habe?

Dann ist der Arzt oder Bereitschaftsdienst sowie das Gesundheitsamt zu benachrichtigen. Laut Gesundheitsamt werde dann das weitere Vorgehen abgestimmt.

Muss ich etwas bei der Müllentsorgung beachten in, wenn ich in Quarantäne bin?

Ja, auch für diesen Bereich gibt es vom Gesundheitsamt Handlungsempfehlungen. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) sollen die Abfälle in reißfesten, fest zugeschnürten Kunststoffbeuteln in die Restabfallbehälter gegeben werden. Das gilt vor allem für den Müll, der in Kontakt mit Körpersekreten eines Infizierten gekommen ist. Das können beispielsweise benutzte Papiertaschentücher sein.  

Bürgermeister und SPD-Hann. Münden äußern sich

Harald Wegener, Bürgermeister der Stadt Hann. Münden, äußert sich besorgt über die große Zahl von Neuinfektionen in Hann. Münden in den vergangenen Tagen.

Er wendet sich mit einer Mitteilung, die auf der Homepage der Stadt veröffentlicht wurde, an die Bevölkerung. „Wir alle sollten Rücksicht auf unsere Mitmenschen nehmen und deshalb auf Abstand gehen. Mit einer geeigneten Mund-Nasenbedeckung können wir das Risiko einer Ansteckung deutlich reduzieren“, heißt es in dem Statement. Es sei nachvollziehbar, dass im Alltag alte Gewohnheiten aus Versehen oder Nachlässigkeit wieder vorkommen.

So bei Treffen mit Freunden und Bekannten oder spontanen Begegnungen. Er rät dazu, das Tragen eines Mund-Nasenschutzes zu Automatismus werden zu lassen, wenn es zu Begegnungen kommen könnte, bei denen der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden könne.

„Am besten, wir tragen immer eine Maske, wenn wir den Eindruck haben, wir könnten uns zu nahekommen, also direkt vor dem Lebensmittelmarkt, in der Schule oder beim Passieren einer Fußgängerbrücke“, rät Wegener den Bürgern.

Des Weiteren konzentriere sich das aktuelle Ausbruchsgeschehen auf mehrere Einrichtungen in Hann. Münden, was eine Nachverfolgung vereinfache. „Es besteht also kein Grund über die bestehenden Vorsichtsmaßnahmen und über die Einhaltung der Regeln hinaus, die Situation zu dramatisieren.“

Bürgermeister Wegener weist auf die „AHA+A+L-3G“ des Robert-Koch-Institutes (RKI) hin.

Diese „Gleichung“, so ist es dem Statement zu entnehmen, steht für: Abstand, Hygiene und Alttagsmasken (AHA).

Dazu kommt noch ein „A“ für die Corona-Warnapp, die alle Smartphone-Nutzer kostenfrei herunterladen können. Die App warnt, wenn Kontakt zu einer Person bestanden hat, die positiv auf das Virus getestet ist. Dafür muss die andere Person allerdings auch die App installiert haben sowie dort angegeben haben, ob sie positiv getestet wurde.

Ein „L“ steht für Lüften und die drei „Gs“ der Gleichung sollen gemieden werden. Diese drei Buchstaben stehen für: „Geschlossene Räume, Gruppen und Gedränge, Gespräche in lebhafter Atmosphäre.“

Auch der Ortsverein der SPD in Hann. Münden äußerte sich zu der Zunahme von Coronafällen in der Dreiflüssestadt. Der SPD Ortsverein halte die von der Bundes- und Landesregierung erlassenen Maßnahmen für unerlässlich, um einem unkontrollierten Ansteigen der Fallzahlen entgegenzuwirken, heißt es von der Vorsitzenden Gudrun Surup.

Man appelliere an alle Einwohner, sich an die beschlossenen Hygienemaßnahmen zu halten. Dabei sei das Vermeiden von Kontakten ein wichtiges Instrument der Pandemiebekämpfung, so Surup. „Sicherlich sind hier der Bürgermeister und die Verwaltung gefragt, um detaillierte Informationen zeitnah an die Bevölkerung weiterzugeben, soweit dies im Rahmen des Datenschutzes möglich ist.

Vor allem ist jetzt aber ein gutes lokales Management gefragt, um Hotspots zu verhindern“, heißt es von dem SPD-Ortsverein in Hann. Münden.

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