Ressourcen aus Abfall

Hann. Mündener Unternehmen Four-E hat besondere Technik entwickelt

Harald R. Klein und Marcus Looft mit Laborreaktor
+
Harald R. Klein (rechts) und Marcus Looft befestigen die elektrischen Kontakte an den Emitterplatten des Laborreaktors. Die Platten übertragen die elektromagnetischen Impulse an die durchströmende Flüssigkeit.

Das Unternehmen Four-E aus Hann. Münden nutzt künstliche Intelligenz und elektromagnetische Wellen, um Flüssigkeiten von kleinsten Verunreinigungen zu säubern.

Hann. Münden – Mit künstlicher Intelligenz und durch Einsatz von elektromagnetischen Wellen im Hochfrequenzbereich Flüssigkeiten aufzubrechen, neu zusammenzubauen und zur Weiterverarbeitung zur Verfügung zu stellen, grenzt schon fast an Utopie. Doch das macht ein Unternehmen aus Hann. Münden: Four-E Systems GmbH ist seit Jahresbeginn aktiv.

Dieser zurzeit noch Vier-Mann-Betrieb befindet sich in der Kasseler Straße 47. Geschäftsführer Marcus Looft und Harald Klein als Erfinder und Leiter der Entwicklung haben zusammen mit zwei Kollegen vor 20 Jahren mit Forschungsarbeiten zur Flüssigkeitsaufbereitung begonnen. Durch die Entdeckung einer Grundlagentechnologie und mit künstlicher Intelligenz entwickelt das Unternehmen zukunftsweisende Anlagen zur Stoffgewinnung und Stoffumwandlung in Flüssigkeiten und Gasen. Kunden des Mündener Unternehmens sind Industrie und Kommunen.

Diese Flüssigkeitsaufbereitung ist für jeden Kunden individuell integrierbar in seine vorhandenen Prozessketten. Die jeweiligen Flüssigkeiten werden zunächst von Four-E zur weiteren Behandlung analysiert, um die Einstellungen des Verfahrens zu ermitteln. „Unsere patentierte Technologie wandelt die Flüssigkeiten, die uns die Kunden zur Verfügung stellen, kostengünstig um, und stellt aus Abfallprodukten wieder Ressourcen her“, erklärt Looft. „Industrielle und kommunale Abwässer sind der größte Ressourcenpool, weil dort sehr viele wertvolle Stoffe enthalten sind und mit unserer Technologie gezielt herrausgeholt werden können“.

Das erklärt Klein für Laien: „Durch bestimmte Resonanzen werden nach und nach die im Abwasser vorhandenen Stoffe in Schwingung gebracht, wie auf einer Tanzfläche die verschiedenen Tanzpartner. Da nicht alle Tanzpartner die gleiche Musik mögen, lösen sich bestehende Partnerschaften auf und es entstehen neue, die Tanzpartner werden also je nach Musik getauscht. Bei Stoffen in Abwässern ist das genauso, je nach Schwingung und Resonanzwirkung, können einzelne Stoffe gezielt aus bestehenden Verbindungen gelöst und zu neuen Verbindungen kombiniert werden.“

So kann dieses Verfahren beispielsweise für die vierte Klärstufe im Bereich der kommunalen Abwässer eingesetzt werden. Dort ist das Herausfiltern von Phosphaten und Spurenstoffen – Mikroschadstoffe wie unter anderem Medikamentenreste – gesetzlich bald so streng geregelt, dass die bisherigen Techniken dafür nicht mehr ausreichen. Die modernen Großkläranlagen sind in der Lage, etwa 70 Prozent dieser Spurenstoffe zu beseitigen. Der Rest verbleibt jedoch im geklärten Wasser. Es laufen daher bereits Tests mit kommunalen Betrieben.

„Da ausschließlich elektromagnetische Wellen zum Einsatz kommen, arbeiten wir ohne chemische Zusätze und mit sehr wenig Strom“, betont Klein. „Nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch ist dies interessant. Dass sich der Einsatz unserer Technologie für den Kunden rechnen muss, steht außer Frage.“ „Wir bewegen uns am Rande dessen, was man physikalisch weiß“, sagt dazu Looft. „Wir können die Welt nicht retten, aber wir können tun, was uns möglich ist“.

Für die Kunden bedeutet dies, dass die bestehende Technik aufgerüstet wird. Die Anlagen sind wartungsfreundlich und durch Fernwartung unkompliziert. Geplant und koordiniert wird im Betrieb in Münden, die Reaktoren werden für jeden Kunden individuell zum Bau in Auftrag gegeben.

Von Petra Siebert

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.