Hausärzte setzen auf mobile Arzthelferinnen

In der Hausarztpraxis von Dr. Achim Echtermeyer in Scheden ließ sich Arzthelferin Brunhilde Schmidt zur Versorgungsassistentin fortbilden. Foto: V. Fischer

Hann.Münden/Dransfeld/Staufenberg. Patienten und Praxen profitieren von der Versorgungsassistentin. Sie entlastet den Arzt, indem sie Hausbesuche übernimmt und Patienten behandelt.

Immer mehr Allgemeinmediziner in der Region begegnen dem Ärztemangel mit einem neuen Modell: Dabei setzen sie vermehrt auf die Unterstützung durch eine Versorgungsassistentin in der Hausarztpraxis, kurz Verah. Diese entlastet den Arzt, indem sie Hausbesuche übernimmt und an seiner statt Patienten in ihren Wohnungen behandelt.

Die Entscheidung, seiner Arzthelferin die Fortbildung zur Versorgungsassistentin zu ermöglichen, begründet Allgemeinmediziner Dr. Benjamin Gutermann aus Hann. Münden damit, dass die Anforderungen an Praxen zunehmend steigen. Wegen des Ärztemangels im ländlichen Gebiet müssen die vorhandenen Praxen zwangsläufig mehr Patienten aufnehmen. Die Versorgungsassistentin ermögliche dabei, besonders die älteren Patienten Zuhause zu behandeln und Versorgungslücken zu überbrücken.

Damit profitieren nicht nur Allgemeinmediziner, sondern auch kranke, ältere Menschen von dem Modell der mobilen Arzthelferin: Sie müssen wegen Blutentnahme, Verbandwechsel oder Impfung nicht mehr zwingend den Weg in die Praxis auf sich nehmen.

„Allerdings übernimmt eine Verah immer nur vom Hausarzt delegierte Aufgaben“, berichtet Dr. Achim Echtermeyer, Allgemeinmediziner in Scheden. Eine eigene Diagnose darf eine Verah nicht stellen. Bemerkt sie eine Verschlechterung des Zustands eines Patienten, gibt sie dies an den Arzt weiter, so dass dieser eingreifen kann.

Neben der Verah gibt es auch das Modell der Nichtärztlichen Praxisassistentin (Näpa), die seit vergangenem Jahr der Verah gleichgestellt ist. Im Raum Niedersachsen haben sich bereits 312 Medizinische Fachangestellte zur Versorgungsassistentin ausbilden lassen. 220 befinden sich derzeit in der Fortbildung, teilt Uwe Köster, Pressesprecher der Kassenärztlichen Vereinigung, mit.

Von Viktoria Fischer

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