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Hausbesitzer in Hann. Münden: Sonnenstrom statt teures Gas

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Von: Thomas Schlenz

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Hausbesitzer Frank Hartig aus Hann. Münden freut sich darüber, dass er künftig energetisch weitgehend autark ist.
Hausbesitzer Frank Hartig aus Hann. Münden freut sich darüber, dass er künftig energetisch weitgehend autark ist. © Thomas Schlenz

Hausbesitzer Frank Hartig aus Hann. Münden setzt auf erneuerbare Energie. Dabei spielen eine Photovoltaikanlage und eine Wärmepumpe eine große Rolle.

Hann. Münden – Handwerker haben schwere Photovoltaik-Module auf das Dach, richten sie aus, schrauben sie fest. Am Haus von Frank Hartig in Hann. Münden herrscht reger Betrieb. „Hoher Gaspreise – das interessiert mich demnächst persönlich nicht mehr“, sagt der 56-Jährige, der mit seinem Haus künftig auf erneuerbare Energien setzt.

Hann. Münden: PV-Anlage und Wärmepumpe an Haus installiert

Die alte Gasheizung fliegt raus, sie wird durch eine moderne Luft-Wärmepumpe ersetzt „Da macht es nur Sinn, den Strom dafür in großen Teilen selbst zu erzeugen“, sagt der Hausbesitzer. Eine Wallbox, also einen Ladepunkt für das Elektroauto, hat Hartig bereits. Ziel des Umbaus sei ein möglichst hoher Eigenverbrauch des selbst erzeugten Sonnenstroms. Deswegen kommen zu den 25 Photovoltaikmodulen mit einer Gesamtleistung von knapp 10 KWp noch ein Batterie-Stromspeicher mit einer Speicherkapazität von 7,2 Kilowattstunden und ein intelligentes Energiemanagementsystem.

Alles in allem koste die Photovoltaikanlage mit Speicher und Energiemanagementsystem inklusive Einrichtung und Anmeldung etwa 25 000 Euro netto, so Hartig. Er schätze, dass es, ohne den Strom für das E-Auto miteinzurechnen, zehn bis zwölf Jahre dauern wird, bis sich die Anlage amortisiert hat. Mit Ausnahme von Förderungen für den KfZ-Ladepunkt und die Förderung des Bundesamts für Ausfuhrkontrolle (BAFA) für den Umbau der Heizung auf eine Wärmepumpe, habe er für die Photovoltaikanlage und den Speicher selbst keine Förderung erhalten. „Das lohnt sich über die Zeit trotzdem“, ist sich Hartig sicher. Ihm sei besonders wichtig gewesen, dass die einzelnen Komponenten gut aufeinander abgestimmt seien, damit möglichst viel des erzeugten Stroms tatsächlich selbst verbraucht würden und nicht ins Netz eingespeist würden.

Wenn er nicht von der Kleinunternehmerreglung Gebrauch mache, könne er zudem die Vorsteuer für den Kauf zurückhalten, erklärt Hartig. Man müsse sich schon ein wenig in Technik einlesen, aber das mache auch Spaß, wenn man damit am Ende Geld spare und etwas für die Umwelt und die Aufwertung der eigenen Immobilie tue.

„Seit wir ein Elektroauto haben, will sie nichts anderes mehr fahren“

Seine Frau sei ob des Umbaus zunächst skeptisch gewesen, mittlerweile habe er sie aber überzeugt: „Seit wir ein Elektroauto haben, will sie nichts anderes mehr fahren“, sagt der Mündener und lacht. Dass der Umbau auf eine Wärmepumpe so problemlos möglich ist, liege auch daran, dass das 1996 erbaute Haus bereits eine Fußbodenheizung habe. Wärmepumpen arbeiten schließlich mit einer deutlich niedrigeren Vorlauftemperatur als beispielsweise Gas- oder Ölheizungen. Deswegen funktionieren sie mit Flächenheizungen effizienter und verbrauchen weniger Strom. „Die Effektivität passt“, erklärt Hartig. Von seinen Nachbarn im Wohngebiet habe es bislang keinerlei negative Bemerkungen gegeben. Im Gegenteil: „Die, mit denen ich gesprochen habe, sagen, dass es ein tolles Projekt ist“, sagt Hartig. Auch der Netzbetreiber, die Versorgungsbetriebe Hann. Münden, seien bei dem Projekt sehr kooperativ und unbürokratisch gewesen, sagt Thomas Hemmenstädt von der Firma Solarwatt, die die Anlage in Hann. Münden errichtet und in der Region am Standort Fuldabrück derzeit zehn Mitarbeiter beschäftigt.

Dem Unternehmen sei eine möglichst regionale Wertschöpfung wichtig, deswegen stamme ein Großteil der Teile aus Deutschland, darunter auch die Photovoltaikmodule. „Bei einzelnen Teilen hängt die Branche aber nach wie vor von Asien ab“, generell sei die Lieferkettenproblematik, ebenso wie der Personalmangel auch in der Solarbranche ein Thema. Auftraggeber Frank Hartig freut sich, dass es in seinem Fall keine langen Wartezeiten gab. Er habe Mitte Juli den Auftrag gegeben und sechs Wochen später sei bereits losgegangen. (Thomas Schlenz)

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