„Haustechnik regelmäßig kontrollieren“

Hann. Münden: Bauverein prüft Elektrik in Fachwerkgebäuden

Timo Aschmann, Inhaber von Elektro Plischke, prüft die Elektronik an einem Sicherungskasten in einem Fachwerkhaus in Hann. Münden.
+
Timo Aschmann, Inhaber von Elektro Plischke, prüft die Elektronik an einem Sicherungskasten in einem Fachwerkhaus in Hann. Münden.

Alte Elektroinstallationen, die Zunahme an Geräten, leicht entflammbare Stoffe – das sind laut Timo Aschmann die Zutaten, die aus Fachwerkhäusern Zeitbomben machen.

Hann. Münden – „Deswegen sollten Hauseigentümer ihre Haustechnik kontrollieren“, sagt er. Dabei könne schon eine regelmäßige Sichtprüfung helfen. Für den Gemeinnützigen Bauverein Hann. Münden prüft Aschmann derzeit die Elektrik in mehreren historischen Fachwerkhäusern im Rahmen eines „E-Checks“ auf Herz und Nieren.

Die Kontrolle läuft in mehreren Schritten ab: Zunächst sieht er sich die Bauteile an, in einem zweiten Schritt sucht Aschmann die Stromkreise, um dann den sogenannten Kurzschlussstrom zu messen und zu bewerten. Es folgt zudem eine Isolationsmessung. Ein E-Check sei zwar für Eigentümer nicht verpflichtend, der Gesetzgeber empfehle diesen jedoch alle vier Jahre, erklärt Timo Aschmann.

Wichtig sei, dass Veränderungen an elektrischen Anlagen immer nur von einem Fachmann mit entsprechenden Kenntnissen ausgeführt werden sollten, auch, wenn es nur um kleine Veränderungen, wie beispielsweise das Nachsetzen einer weiteren Steckdose gehe.

Heutige Geräte benötigten oft weniger Strom als früher. Allerdings würden auch mehr Einzelgeräte gleichzeitig betrieben. Wenn es dann etwa zu wenige Steckdosen gebe, würden Mehrfachstecker genutzt. Die Leitung sei aber dann nicht für diese zusätzliche Belastung ausgelegt. Separat abgesicherte Steckdosen oder Stromkreise reduzierten dagegen die Gefahr. Hinzu komme, dass solche Mehrfachstecker manchmal mit brennbaren Materialien abgedeckt würden, was die Gefahr eines Brandes erhöhe. In einigen älteren Häusern seien außerdem noch Leitungen verbaut, die mit Stoff ummantelt seien.

Steigleitungen könnten ebenfalls zu einer Gefahr werden, wenn beispielsweise der Mieter einen Nagel in die Wand schlage und dabei die Kabelisolierung beschädige.

Die Besonderheiten der Fachwerkarchitektur erhöhten das Risiko: „In einem massiv gebauten Haus passiert nichts, wenn es in einer Verteilerdose schmort, wenn dagegen brennbares Material in der Nähe ist, sieht das schon anders aus“, sagt Aschmann. Welche Veränderungen nach einem E-Check ergriffen werden müssten, hänge vom Einzelfall ab: Manchmal genüge es schon, Leitungsschutzschalter oder Unterverteilungen zu erneuern und man habe wieder für einige Zeit Ruhe.

Von Thomas Schlenz

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.