Jagdpächter fand totes Wildtier

Hedemünden: Hat Hund Rehbock gerissen?

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Auch außerhalb Leinenzwang-Zeit sollten Halter ihre Tiere in Rufnähe halten, wie auf unserem symbolischen Foto. 

Eine traurige Entdeckung machte Hans-Dieter Köhler am Abend des 5. Juli bei Hedemünden: Der Jagdpächter entdeckte gegen 20 Uhr direkt an einem Waldweg einen toten Rehbock.

„Er muss frisch gerissen worden sein, denn die Leichenstarre hatte noch nicht eingesetzt“, sagt Hans-Dieter Köhler. Ein größeres Tier müsse ihn am Hinterlauf gepackt haben, mehrere runtergedrückte Stellen im Gras deuteten laut Köhler auf einen Kampf hin. Für ihn sei sofort klar gewesen, dass der Übeltäter kein größeres Raubtier wie ein Wolf oder ein Luchs gewesen sein konnte: „Ein Raubtier frisst die erlegte Beute auch an und lässt sie nicht einfach liegen.“

Um festzustellen, welches Tier den jungen Rehbock erlegt hatte, setzte Jagdpächter Köhler eine Wildtierkamera ein. „Ich habe das Tier vom offenen Weg ins Unterholz gezogen und eine Kamera installiert“, sagt Köhler. Zwei Tage später hätte die Kamera dann über einen Zeitraum von 40 Minuten Fotos von einem Hund gemacht, der sich am Kadaver aufhielt. Nach kurzer Recherche konnte der Halter des fotografierten Hundes ausfindig gemacht werden. Der gab laut Köhler auch zu, dass es sich bei den Aufnahmen um seinen Hund halte. Der Fall sei anschließend an das Ordnungsamt Hann. Münden übergeben worden, da zu dem Zeitpunkt für Hunde in der Natur Leinenzwang herrschte.

Leinenzwang für Hunde

Jörg Golde vom Ordnungsamt Hann. Münden sagt auf Anfrage, dass er sich zu laufenden Verfahren nicht äußern dürfe. Allgemein weist er aber auf den Leinenzwang für Hunde hin, der vom 1. April bis zum 15. Juli gilt. „Der zwingt Hundehalter dazu, die Tiere im Wald und der Landschaft anzuleinen“, sagt Golde. Der Grund dafür: der Schutz trächtiger Wildtiere.

„Ein Reh könnte beispielsweise durch die Hatz durch einen Hund eine Fehlgeburt erleiden“, sagt der Mann vom Ordnungsamt. Der Leinenzwang sei explizit in der Niedersächsischen Verordnung über den Wald und die Landschaft festgehalten. Bei Verstößen gegen diese Verordnung könne ein Bußgeld bis zu einer Summe von 5000 Euro fällig werden.

„Aber auch außerhalb der Schutzzeit sollte ein Besitzer seinen Hund immer in Rufnähe halten und sicherstellen, dass der Hund auch auf die Befehle des Halters reagiert“, sagt Golde.

Man könne seinen Hund nicht einfach wie vor Jahrzehnten streunen lassen, nur weil man zu faul sei, mit dem Tier Gassi zu gehen. 

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