Vom Hobby zum Internetverkauf

Hedemündenerin Barbara Hermanowski stellt Kunstwerke aus Holz her

Barbara Hermanowski sägt Motive aus Lindensperrholz aus.
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Barbara Hermanowski sägt die Motive aus Lindensperrholz aus.

Eigentlich hatte Dr. Barbara Hermanowski aus Hedemünden sich als Ausgleich zu ihrer Doktorarbeit dem Zeichnen gewidmet. Nun ist aus der Illustration mehr als ein Hobby geworden. Unter dem Label „Stadtwald“ entwirft und stellt sie Stempel, Postkarten, Holzfiguren und Bilder her.

Alles in Handarbeit und mit Liebe zur Natur und ihren Bewohnern. „Unter dem Label Stadtwald finden meine Faszination für die Natur, meine Leidenschaft zu zeichnen, und meine Passion für den Werkstoff Holz zueinander“, erzählt die Hedemündenerin. Für die Motive der Bilder und Postkarten wendet sie die gleiche Technik an: Auf Papier skizziert, am Computer gezeichnet und die einzelnen Elemente der Sägeschablonen zusammen gesetzt, werden die Motive ausgedruckt und dann handgesägt aus Lindensperrholz. Der Werkstoff Holz gibt den Figuren eine typische Textur. Zufallsfunde von Trödelmärkten werden von ihr gerne mit eingebracht. So beispielsweise Teller aus einer Puppenstube – Daraus entstand dann der Abwaschbär.

Die Holzmotive werden geschwärzt, koloriert, abfotografiert und in einer Druckerei gedruckt. Ungefähr 30 Motive hat Hermanowski parat. Jedes von ihnen hat einen Titel, wie unter anderem „Gurkentruppe“ oder „schwingt die Hufe“. Der Papagei auf einem Telefonhörer ist der Anrufbeantworter.

Von Kindheit an ist sie mit dem Arbeiten mit Holz geprägt, denn ihr Vater war Tischler und hat vieles aus Holz gebaut. Auch ihr früheres Kinderzimmer war selbst gefertigt. Auch ihre Mutter hat viele Handarbeiten geschaffen. Da lag es auf der Hand, dass die Kinder ebenfalls handwerklich tätig wurden. „Meine Eltern legten großen Wert darauf, dass Geschenke von uns Kindern in Eigenarbeit gefertigt wurden“, erinnert sie sich. Und das ist bis heute so: In ihrem Fachwerkhaus in Hedemünden wird so viel wie möglich selber gemacht.

Illustration von Dr. Barbara Hermanowski aus Hedemünden: Hier aus ihrem umfangreichen Sortiment – Abwaschbär und Anrufbeantworter.

Neben den Postkarten und Bildern fertigt Hermanowski kleine Stempel – Bei den filigranen Motiven muss sehr präzise gearbeitet werden. Über 100 Stempelmotive hat sie schon entworfen und es kommen immer neue dazu. Neben Tiermotiven für die Kinder, die allerdings nicht immer realistisch sind, sind Comic-Stempel, Sterne, Herzen, Blüten, Blätter, Texte, Obst und Gemüsestempel entstanden. Letztere, um Etiketten für Eingemachtes und Marmeladen selber zu machen. Aus einfachem Packpapier wird mit den Stempeln so besonderes Geschenkpapier. Auch eigene Karten zu verschiedenen Anlässen lassen sich mit dem Stempeln herstellen.

Die Gummis von den Stempelbildern werden in einem Unternehmen in Dresden gefertigt. Hermanowksi schickt die fertige Zeichnung per E-Mail ein und mittels Laser werden die Gummis erarbeitet. Die Hölzer stammen aus einer traditionellen Werkstatt im Erzgebirge. Das aus Ahornholz gefräste Stempelholz hat durch die sechseckige Form einen Wiedererkennungswert.

Ihre Produkte verkauft Hermanowski über das Internet bei der Verkaufsplattform Etsy. Außerdem ist sie Mitglied der Ateliergemeinschaft Prisma in Kassel, einem Zusammenschluss von sieben Kunsthandwerkerinnen. Auch auf Märkten, bei Kunst- und Kulturveranstaltungen bietet sie ihre Kunstwerke an.

Nach ihrem Biologiestudium in Bochum und Wien arbeitete sie an der Universität in Göttingen, wo sie auch zum Thema Vegetationsgeschichte im Amazonasgebiet promovierte. „Wenn man täglich fast den ganzen Tag durchs Mikroskop schaut, kommt der Wunsch auf, etwas Kreatives zu tun“, betont die Biologin. So entstand der kreative Ausgleich zu ihrer Arbeit im Labor.

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