Fachwerkgebäude wird umgenutzt

Hemelner bauen ehemaligen Spar-Laden in Wohnung um

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Die Bauherren: Stephan (rechts) und Felix Weiß haben das Schaufenster so gelassen, wie es war. Nur die Treppe haben sie entfernt. 

Die Zeiten, in denen Nudeln und Waschmittel, Getränke und Konserven hier in Reih und Glied in den Regalen standen, sind lange vorbei: Im ehemaligen Spar-Laden von Hemeln lässt es sich heute modern wohnen.

Stephan und Felix Weiß haben das Fachwerkhaus umgebaut – und damit ein gutes Beispiel dafür gegeben, wie man einen Laden-Leerstand im Dorf sinnvoll füllen kann, ohne den Charakter des Hauses zu verändern, schwärmt Denkmalpfleger Burkhardt Klapp.

Die Bauherren haben das Schaufenster gelassen, wie es war. Lediglich die Treppe, die zum Ladeneingang führte, wurde abgenommen. Damit Fußgänger nicht von der Straße bis auf den Wohnzimmertisch blicken können, wurde eine Zwischenwand ein Stück hinter den Schaufenstern eingezogen.

Die hält nicht nur Blicke fern, sondern mit ihrer Dämmung auch Straßenlärm, Kälte und Hitze. Direkt im Schaufenster ist so gleichzeitig ein Wintergarten entstanden.

Er sei in dem Haus groß geworden, sagt Stephan Weiß. Der Laden bestand bis 2008. 2012 habe er mit dem Umbau begonnen. Architekt Walter Henckel holte auch Denkmalpfleger Klapp ins Boot, mit dem Henckel als Ortsheimatpfleger in Sachen Dorferneuerung ohnehin in ständigem Kontakt stand, berichtet Klapp.

Henckel habe „ein Händchen für Dorfbild gerechte Gestaltung“, lobt Klapp, und liefere den Bürgerinnen und Bürgern immer wieder gute Anregungen.

Heute ist der Raum, in dem man einst einkaufe n konnte, eine Wohnung mit Loft-Charakter.

So auch hier: Wer einen ehemaligen Laden umbaut, der störe sich oft daran, dass die großen Schaufenster allzu sehr hineinblicken lassen, beschreibt es Sabine Momm vom Bereich Stadtentwicklung. Hier sei eine gute Lösung gefunden worden. Die neue Nutzung in Hemeln passe zum neuen Projekt „Wohnfenster“ des Fachwerk-Fünfecks. Das wird gerade entwickelt. Im Wesentlichen gehe es dabei darum, Anregungen zu geben, wie man in weniger attraktiven Einkaufslagen Läden wieder in Wohnraum zurückbauen kann, so Juliane Hofmann von der Geschäftsstelle des Fachwerk-Fünfecks.

Hinter dem Schaufenster in Hemeln ist nun auf rund 100 Quadratmetern eine großzügige Wohnküche mit Essbereich entstanden, dahinter liegt ein Badezimmer. Beim Umbau habe man den ehemaligen Lagerraum des Ladens miteinbezogen, sagt Stephan Weiß.

An den alten Spar-Laden erinnert heute nichts mehr. Das Bild entstand Ende 2008.

Wie in einem alten Fachwerkhaus wirkt die Wohnung innen nicht. Die relativ hohe Decke des ehemaligen Ladens tut ein Übriges dazu.

Rund 100 Jahre ein Laden

Das erste Mal sei in dem Haus an der Hauptstraße im Jahr 1902 ein Laden in Betrieb gegangen, weiß Ortsheimatpfleger Walter Henckel. Schon damals habe dieser eine Genehmigung dafür benötigt. In den Folgejahren sei das Geschäft immer wieder erweitert worden. 

Von Geschirr bis Geschenkartikel gab es dort allerlei, was man im Dorf benötigte. Natürlich auch Praktisches: Er selbst habe dort Nägel für seinen Hausbau gekauft, erinnert sich Henckel. Wenn man Dachpappe-Nägel brauchte, „dann fuhr man nicht nach Münden“.

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