„Es muss dringend regnen“

Hann. Münden: Hitze bedroht Fische in Flüssen und Bächen

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Der Ilksbach in Lippoldshausen.

Hann.Münden. Die hohen Temperaturen und teilweise niedrigen Wasserstände machen auch Fischen zu schaffen.

23 Grad Celsius hat Andreas Loewe am Rand der Weser in Bodenfelde gemessen. „Das ist ungewöhnlich warm für den Fluss“, sagt der Vorsitzende des Angelsportvereins des Fleckens.

Ronald Schminke, seit April Vorsitzender der Fischereigenossenschaft Münden, bestätigt die Belastung der Flüsse auch durch sinkende Sauerstoffwerte für den Wasserraum in Südniedersachsen. „Es muss dringend regnen“, so der Angelexperte. Es sei aber ein zweischneidiges Schwert. Denn durch starke Regengüsse komme es auch zu vermehrtem Nährstoffeintrag. Dieser fördert das Wachstum von Pflanzen, besonders Algen, was anderen Lebewesen, auch den Fischen, Sauerstoff entzieht.

„Noch haben wir kein Fischsterben“, sagt Ronald Schminke, „aber die Belastung der Gewässer darf nicht weiter zunehmen“. Ab einem Wert von vier Milligramm Sauerstoff pro Liter werde es kritisch, sagt Schminke. Bei einer durchschnittlichen Wassertemperatur von 25 Grad beträgt der Sauerstoffgehalt etwa 8,11 Milligramm pro Liter, teilt der Anglerverband Niedersachsen mit.

Ein wichtiger Grund, warum die Situation an der Oberweser noch entspannt ist, ist die Edertal-Sperre. Sie bringt mit der Fulda ziemlich kühles Wasser nach Südniedersachsen. Außerdem hat die Weser eine recht hohe Fließgeschwindigkeit. Dadurch heizt sich der Fluss nicht so schnell auf.

Der Anglerverband Niedersachsen wendet sich angesichts der angespannten Situation direkt an die Angelvereine. Der Verband würde es sehr begrüßen, „wenn die Vereine das Angeln an bedrohten kleinen Gewässern komplett aussetzen, bis sich die Wasserstände wieder normalisiert haben“, heißt es in einer Erklärung.

Gestern fiel Regen, ein erster Hinweis auf Normalisierung. 

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