Zahl der Erkrankten 2017 rückläufig

HIV-Selbsttest baut Hemmschwellen ab

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Der HIV-Heimtest.

Landkreis Göttingen – Die Zahl der HIV-positiven Menschen ist 2017 zurückgegangen. Das berichtet das Robert-Koch-Institut (RKI) und betont die Bedeutung des HIV-Selbsttests.

„Freiwillige Selbsttests und niedrigschwellige Testangebote, auch für Menschen ohne Krankenversicherung, sind wichtig, damit Menschen mit HIV-Infektion behandelt werden können“, erklärt RKI-Präsident Lothar H. Wieler. 2017 haben sich laut RKI etwa 2700 Menschen in Deutschland mit HIV infiziert, die Zahl der Neuinfektionen ist gegenüber 2016 (2900 Neuinfektionen) leicht gesunken. Bei Männern, die Sex mit Männern haben, sei die Zahl der geschätzten Neuinfektionen deutlich zurückgegangen, von 2300 in 2013 auf 1700 in 2017.

Der Selbsttest ist seit Herbst auch in Deutschland zugelassen. Die kleinen Präparate kosten zwischen 20 und 30 Euro und sind in Apotheken, beim Gesundheitsamt und bei der Aids-Hilfe Göttingen erhältlich. Laut Simone Kamin von der Göttinger Aids-Hilfe kommt der Test gut an: „Er stellt eine weitere Errungenschaft dar, eigenverantwortlich mit seiner Sexualität umzugehen.“ Mit dem Test sollen Hemmschwellen abgebaut werden: Vor allem Furcht und Scham halte viele Menschen heute noch vom HIV-Test ab. Je früher man jedoch mit der Therapie beginne, desto besser. Wie aussagekräftig das Testergebnis ist, sagt Präventionsmitarbeiter Luca Siemens: „Ein negatives Ergebnis bedeutet, dass eine Person vor zwölf Wochen mit Sicherheit kein HIV hatte. Ein reaktives, positives Testergebnis bietet noch keine sichere Aussage, ob eine Person HIV-positiv ist oder nicht, sondern macht einen Labortest erforderlich, für den Blut abgegeben werden muss.“  

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