Mit Hochdruck beim Schleusenputzen

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Blick in die Tiefe: Solveig Konkel, Mitarbeiterin des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes, Außenbezirk Hann. Münden, reinigt die Tore der Fuldaschleuse in Hann. Münden mit einem Hochdruckreiniger. 

Hann. Münden. Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt macht den Frühjahrsputz schon im Winter: Schleusen reinigen und warten steht auf dem Plan.

Eingepackt im Schutzanzug ist Solveig Konkel mit dem Hochdruckreiniger an der Arbeit. Die Mitarbeiterin des Außenbezirks Hann. Münden des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes (WSA) reinigt gemeinsam mit ihren Kollegen die Kammern und Tore der Fuldaschleuse in Hann. Münden. Bei Temperaturen knapp über Null Grad kein leichter Job. Die Wintermonate werden aber für diese Arbeiten genutzt, weil es die Zeit ist, in der die Tourismusschifffahrt der Schiffahrtslinie Rehbein ruht.

Es ist mehr als ein Großreinemachen an der Schleuse, die Reinigung ist vielmehr Teil einer sogenannten Bauwerksinspektion. Diese findet alle sechs Jahre statt, berichtet Rolf-Dieter Summa, Leiter des WSA-Außenbezirks Hann. Münden. Alle Schleusen, für die der Außenbezirk zuständig ist, werden gründlich überprüft. Das sind neben der Fuldaschleuse in Hann. Münden die Fuldaschleusen in Bonaforth, Wilhelmshausen, Wahnhausen, die Stadtschleuse in Kassel sowie die Werraschleuse.

Wasser abgepumpt 

Etliche Arbeiten gingen der Reinigung und der Bauwerks-prüfung voraus, erläutert Summa. Um die Schleusentore öffnen zu können, wurde die Schleuse zunächst mit einem sogenannten Rohrnadelverschluss abgesperrt. Danach wurde das Wasser in der Schleusenkammer ausgepumpt und die Fische herausgeholt und umgesetzt. Darunter waren Rotaugen, Rotfedern und Aale, berichtet Summa. Erst danach kommt der Hochdruckreiniger zum Einsatz. Damit säubern Solveig Konkel und ihre Kollegen die steinernen Kammern und reinigen die Schleusentore aus Edelstahl. Ist alles von Schmutz und Rost befreit, kann Ingenieur Axel Beier als Bauwerksprüfer die Schleuse unter die Lupe nehmen. Er kontrolliere unter anderem die Sicherheitstechnik und die Statik, erläutert er.

Schiff an Schleuse: Im sogenannten Bauhüttenschiff verbringen die Mitarbeiter des Außenbezirks bei Arbeiten auf den Flüssen ihre Pausen. Links sind die Rohrnadeln zu sehen, mit denen die Schleuse verschlossen ist.

Kleinere Mängel seien bereits behoben worden, etwa Holz- und Gummidichtungen ausgewechselt und bröckelndes Gestein im Mauerwerk entfernt und die Zwischenräume neu ausgefugt worden. Erneuert werden auch die sogenannten Dichthölzer, die aus Eiche bestehen. Sie bilden an den Seiten der Schleusentore den Abschluss. Der Tischler in der Werkstatt des Außenbezirks passt die Eichenbalken an. Sollten größere Reparaturen an den Schleusen erforderlich sein, so würden diese öffentlich ausgeschrieben, so Summa. Bei der Fuldaschleuse sei das aber nicht der Fall. Mit der Bauwerksprüfung werde auch eine Bestandsaufnahme gemacht, um festzulegen, was mittel- und langfristig an dem Schiffsbauwerk getan werden muss.

Video von solchen Arbeiten in der Werraschleuse Hann. Münden 2013:

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