Baulücke wird zum Studienprojekt

Hochschule für Wissenschaft und Kunst beschäftigt sich mit der Rosenstraße in Hann. Münden

Die Brandlücke in der Rosenstraße in der historischen Altstadt von Hann. Münden.
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Die Brandlücke in der Rosenstraße in der historischen Altstadt von Hann. Münden. Wissenschaftler beschäftigen sich nun mit der Frage, was hier entstehen könnte.

Die Brandlücke in der Rosenstraße der Hann. Mündener Innenstadt beschäftigt nun eine Gruppe der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) in Hildesheim.

Hann. Münden – Fünf Studierende entwickeln in ihren Bachelor- beziehungsweise Masterarbeiten mögliche Wohn- und Arbeitsformen, die an dem Ort entstehen könnten. Darüber informiert Prof. Dr. Ing. Birgit Franz, Professorin für Denkmalpflege und Bauwerkserhaltung, die das Projekt mit betreut. Beispielsweise könnten in der Rosenstraße Co-Working- und Co-Living-Räume entstehen, also moderne Konzepte geteilter Arbeits- und Wohnräume. Was in Großstädten schon angeboten werde, solle der Kleinstadt aber nicht auferlegt, sondern für sie „neu gedacht“ werden.

Birgit Franz fühlt sich der Fachwerkstadt Hann. Münden seit vielen Jahren verbunden, wie sie schreibt. Unter anderem habe sie Vorträge beim Denkmal-Kunst-Festival und dem Projekt „Fachwerk5Eck“ gehalten, die Bürgergenossenschaft Mündener Altstadt mitgegründet und an der Idee des Cafés in der Aegidienkirche mitgewirkt. Wie bei jenen Projekten bestehe auch dieses Mal eine enge Zusammenarbeit mit den Denkmalpflegern. „Es ist ein Experiment mit offenem Ausgang“, sagt die Professorin. Es gehe darum auszuloten, wie die Baulücke gefüllt werden kann. „Modern und mit dem Fachwerk harmonisierend schließt sich nicht aus.“

Neue Gebäudekonzepte

Der Brandort solle innovativ, aber nicht weltfremd mit neuem Leben gefüllt werden. Die Studierenden im Master beschäftigten sich etwa vier bis fünf Monate mit Konzepten für die Rosenstraße, jene im Bachelor mit der konkreten Umsetzung. Die angehenden Architekten hätten die Chance, neue Gebäudekonzepte zu denken, die auch in 50 oder 70 Jahren noch genutzt werden.

„Drei-Zimmer-Küche-Bad“ gebe es genügend. Holz werde dabei als Baumaterial des 21. Jahrhunderts betrachtet. „Es ist ökologischer als Zement, weil es CO2 bindet“, so Birgit Franz. Da unter Coronabedingungen keine bürgerschaftliche Beteiligung möglich sei, freue sie sich über die Zusammenarbeit mit der Stadt Hann. Münden. Auch der Brandschutz sei dabei Thema. Ein erstes Treffen findet in dieser Woche statt. (Kim Henneking)

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