Ärger über volle Busse

Hoffen auf mehr Busse für Schüler im Raum Münden

Zwei Bussen fahren in Hann. Münden eine Haltestelle an.
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Volle Schulbusse machen viele Eltern Sorgen. Die Abstandsregeln sind häufig nicht einzuhalten.

Volle Schulbusse, in denen die Corona-Abstandsregeln nicht einzuhalten sind, stoßen landesweit bei Eltern auf Kritik und Protest.

Altkreis Münden - Das stößt auf heftige Kritik: Während in Schulen scharfe Hygienekonzepte gelten, sind in Bussen zwar Mund-Nasen-Bedeckungen Pflicht, aber das Mindestabstandsgebot muss nach der Corona-Verordnung des Landes nur „soweit möglich“ eingehalten werden.

Jetzt hat das Land Niedersachsen beschlossen, angesichts der Corona-Pandemie Kommunen und Kreise finanziell bei der Schülerbeförderung zu unterstützen. Insgesamt stünden 30 Millionen Euro landesweit zur Verfügung, „um besonders problematische Situationen zu entschärfen“, teilte der Zweckverband Verkehrsverbund Süd-Niedersachsen (ZVSN) mit, der zusammen mit dem Landkreis Göttingen für die Schülerbeförderung in der Region zuständig ist. Ziel sei es nun, besonders in den Hauptverkehrszeiten dafür zu sorgen, dass Schüler in den Bussen größere Abstände einhalten können.

Ulrich Lottmann, Sprecher des Landkreises Göttingen, dämpfte aber gegenüber unserer Zeitung die Hoffnung, dass nun schnelle Lösungen in Sicht seien. Dies sei keine Frage von Tagen, sondern eher von Wochen. Das Thema beschäftigte den ZVSN, der für den Landkreis Göttingen die Schülerbeförderung koordiniere, aktuell massiv, so Lottmann. Es sei aber eine Vielzahl an Fragen zu klären: „Welches sind die problematischen Linien? Welche Entwicklung ist in den kommenden Wintermonaten zu erwarten? Wie kann hier eine Entlastung erfolgen, damit Abstände besser eingehalten werden können? Sind zusätzliche Busse eine Option und stehen diese zur Verfügung?“ Weiter stelle sich die Frage, ob es ausreichend einsetzbare Fahrer gebe, und mit Blick auf die Schulen müsse geklärt werden, ob auch gestaffelte Schulanfangszeiten möglich seien und die Schulen dies organisatorisch umsetzen könnten. Und letztlich gehe es auch darum, was finanzierbar sei.

Die Ankündigung des Landes, zusätzliche Mittel für die Schülerbeförderung zur Verfügung zu stellen, sei der Startschuss zur Klärung der Fragen und der Abstimmungen gewesen. Zum jetzigen Zeitpunkt könnten weder der Landkreis noch der ZVSN abschließende Aussagen treffen.

Lottmann verwies auf die Sitzung des Wirtschafts- und Verkehrsausschusses des Kreistages am kommenden Montag, in der dieses Thema auch behandelt werde. Auch der Landkreis sei mit der Situation nicht zufrieden, dass die Forderung des Landes den Mindestabstand soweit wie möglich einzuhalten, in den Schulbussen in der Praxis nicht eingehalten werden könne. Schon länger sei der Landkreis im Austausch mit Akteuren auf allen Ebenen.

Die Sitzung des Wirtschafts- und Verkehrsausschusses ist öffentlich und findet – coronagerecht – im Ratssaal des Neuen Rathauses der Stadt Göttingen statt. Beginn ist um 15 Uhr. (Ekkehard Maass)

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