Streit um Drehbrücke

Hoffnung für Campingplatz in Hann. Münden: Alles hängt am Brückengutachten

Drehbrücke: Damit die MS Weserstein durch die Schleuse fahren kann, muss die Brücke wegrotieren.
+
Drehbrücke: Damit die MS Weserstein durch die Schleuse fahren kann, muss die Brücke wegrotieren.

Der Streit um die Brücke über die Fuldaschleuse in Hann. Münden entbrannte im vergangenen Jahr. Die Belastung soll begrenzt werden, das gefällt den Betreibern des Campingplatzes nicht.

Hann. Münden – Eine kleine Brücke wird zum großen Problem. Die Diskussion um die Drehbrücke über die Fuldaschleuse, welche die Zufahrt zum Campingplatz Busch in Hann. Münden bildet, ist seit dem Frühjahr baulich verschmälert worden.

Streit um Schleusenbrücke in Hann. Münden

Das berichtet Uwe Busch, der zusammen mit seiner Frau Anne den Platz am Tanzwerder betreibt. „Die Brücke ist drei Meter breit und hatte ursprünglich eine Spurbreite von 2,55 Meter.“ Durch seitliche Absätze aus Holz ist die Spurbreite nun auf 2,43 Meter limitiert. Das halte viele Interessenten von einem Besuch auf dem Platz ab, berichtet Busch. Zudem werden die Absätze noch von orangefarbenen Pollern gekrönt. Diese elastischen Poller würden spontane Besucher abschrecken.

„Die Leute sehen sie und drehen um“, berichtet Uwe Busch. Zudem müssen die Betreiber jeden Interessenten vorher abfragen, wie breit und schwer das jeweilige Mobil ist. Zusammen mit den Problemen durch die Corona-Krise wirke sich dies negativ auf das Buchungsverhalten der Camper aus.

WSA: Arbeiten an einer Lösung

Das Wasserstraßen-Schiffahrstamt Weser (WSA), dass die wegdrehbare Brücke betreibt, hat die Änderungen vorgenommen, weil das Bauwerk für drei Tonnen zugelassen ist und Materialermüdungen an der Brücke festgestellt wurden. Das berichtet Henning Buchholz, Leiter des WSA in Hann Münden. „Man hat eine Schwächung von 50 Prozent festgestellt“, das Stichwort heiße „Korrosion“.

Momentan warte man noch auf eine statische Nachberechnung, bei der die Tragfähigkeit der Brücke untersucht wird. Diese soll in den nächsten Wochen fertiggestellt werden. Daran hängt, das weitere Vorgehen. Ziel sei es, so Buchholz, die Brücke auf 3,5 Tonnen zu ertüchtigen. Dazu müssten Teile ausgetauscht werden. Zudem müsste untersucht werden, ob die Arbeiten vor Ort gemacht werden können oder die Brücke abtransportiert werden muss.

„Das steht aber alles noch im Konjunktiv“

„Das steht aber alles noch im Konjunktiv“, sagt Buchholz. Zudem könne erst dann ermittelt werden, ob die Breitenbegrenzung abgebaut werden kann. Dies müsse unter statischen Gesichtspunkten analysiert werden. Er könne den Unmut der Betreiber verstehen. Buchholz hofft, dass in der kommenden Saison die Startbedingungen für die Familie Busch bessere sein werden. (Jens Döll)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.