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Holzbau soll bei Bauvorhaben der Stadt Hann. Münden Vorrang haben

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Von: Thomas Schlenz

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Fachwerkhäuser in Hann. Münden. Davor die Ufer Promenade und die Weser
Holzbau soll bei Bauvorhaben der Stadt Hann. Münden Vorrang haben. © Jens Döll

Holz soll bei Bauvorhaben der Stadt oder der städtischen Gesellschaften vorrangig eingesetzt werden. Der Rat will aber nicht ausschließlich auf das Material setzen.

Hann. Münden – Bei allen Bauvorhaben, Renovierungen und Sanierungen von Gebäuden der Stadt oder der städtischen Gesellschaften soll die Verwaltung prüfen, ob Holz oder andere nachwachsende Rohstoffe als Baustoffe verwendet werden können.

Bei jedem Bauprojekt soll das Prüfungsergebnis vorab dem Verwaltungsausschuss oder den Aufsichtsgremien der städtischen Gesellschaften vorgelegt werden. Diesen Änderungsantrag von SPD und der Gruppe Grüne/Müna empfahlen der Ausschuss für Umwelt und Klima und der Stadtentwicklungsausschuss jüngst dem Rat. Damit wurde der ursprüngliche Antrag der Gruppe Grüne/Müna verändert, die gefordert hatte, künftig ausschließlich auf Holz zu setzen. Der Vorsitzende des Umweltausschusses, Markus Jerrentrup (CDU), hatte laut Sitzungsprotokoll zuvor zum Ursprungsantrag zu bedenken gegeben, dass dieser wenig sinnvoll sei. Er mache der Verwaltung nur unnötig viel Arbeit. Wo möglich verwende die Stadt ohnehin bereits Holz als Baustoff. Es mache keinen Sinn, etwas zu beschließen, was bereits umgesetzt sei.

Markus Jerrentrup
Markus Jerrentrup © Privat

Die Vorgabe nur mit Holz zu bauen, halte er für utopisch. Selbst ein vorgestelltes Beispielhochhaus aus Berlin sei nicht vollständig aus Holz errichtet. Fundamente, Keller, die ersten Geschosse und das Treppenhaus bestünden aus Stahl und Beton. Lediglich die Wände seien aus Holzkonstruktionen. Diese Vorgehensweise sei bei Bauten im Stadtgebiet umgesetzt worden, ohne einen entsprechenden Beschluss zu fassen. Er sei der Auffassung, dass der Rat sich mit Themen wie Fotovoltaikanlagen auf denkmalgeschützten Dächern beschäftigen sollte.

Der Leiter des Fachdienstes Hochbau der Stadt, Jürgen Stieler, betonte, dass Bauen ohne Stahl, Beton und andere Materialien nicht möglich sei, um die heutigen Anforderungen an Statik und Brandschutz zu gewährleisten. In den letzten zehn Jahren habe es vier städtische Neubauten gegeben. Lediglich die Fahrzeughalle auf dem Baubetriebshof sei eine Stahlkonstruktion. Der Anbau am Kindergarten Königshof, der Kindergarten am Schlossplatz und die Garage auf dem Friedhof Neumünden seien Holzkonstruktionen. (Thomas Schlenz)

Bauen mit nachwachsenden Rohstoffen

Beim Bauen mit nachwachsenden Rohstoffen liegt der sogenannte Holzrahmenbau seit einiger Zeit voll im Trend. Diese Bauweise ist eine Weiterentwicklung des historischen Fachwerkbaus. Ein wesentlicher Vorteil ist dabei die sehr kurze Fertigungszeit des Wandaufbaus. Mit dem Anstieg der Holzpreise ist auch diese Bauweise, wie generell die Materialpreise am Bau, allerdings deutlich teurer geworden. Zudem war der Rohstoff Holz jüngst oft schlecht verfügbar. (Thomas Schlenz)

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