Lesung im Welfenschloss

Hommage an Frida Kahlo mit Suzanne von Borsody in Hann. Münden

Lesung im Welfenschloss: Suzanne von Borsody (links) gab im Welfenschloss die Frida Kahlo.
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Lesung im Welfenschloss: Suzanne von Borsody (links) gab in Hann. Münden die Frida Kahlo.

Frida Kahlo ist eine Ikone. Suzanne von Borsody las aus dem Leben der Künstlerin in Hann. Münden. Das Trio Azul begleitete die Schauspielerin. 

Hann. Münden - Ohne Zugabe ließen die rund 240 Zuschauer die bekannte Schauspielerin Suzanne von Borsody bei ihrem Auftritt im Mündener Welfenschloss nicht gehen.

So begeistert hat die für ihre vielen Fernsehrollen bekannte Darstellerin das Publikum mit intimen und nahegehenden Einblicken in das tragische und faszinierende Leben der hier wohl bekanntesten mexikanischen Künstlerin Frida Kahlo (1907 bis 1954). Organisiert hatte die Veranstaltung der Mündener Kulturring unter 3-G-Regeln.

Lesung mit Suzanne von Borsody in Hann. Münden

Susanne von Borsody setzte bei ihrem Auftritt auf einen Vierklang mit Lesungen aus Gedichten, Briefen und Tagebucheinträgen der Malerin, lebhaft gespielten Abschnitten aus ihrer Gefühlswelt, einer Diashow mit Gemälden und Fotos aus ihrem Leben und lateinamerikanischen Klängen. Das Trio Azul mit Sänger und Gitarrist Anibal Civilotti, Perkussionist Omar Plasencia und Bassist Kurt Holzkämper untermalte die Lebensstationen Kahlos mal dramatisch, mal einfühlsam und mal mit musikalischen Ausrufezeichen.

Musikalisch wurde vom Suzanne von Borsody vom Trio Azul begleitet.

„Können Sie da hinten überhaupt etwas sehen?“, erkundigte sich die charismatische Schauspielerin, selbst im Stil Frida Kahlo gekleidet, bevor sie die Zuschauenden mit auf eine Reise durch das von Hoch- und Tiefpunkten geprägte Leben der Mexikanerin nahm.

Sie las Passagen über die erste Liebe Kahlos, über Karriere- und Reisepläne und das schicksalhafte Busunglück, dessen Folgen die damals 18-Jährige ihr Leben lang plagen sollte und vor denen sie sich in die Malerei flüchtete. Bis zu ihrem frühen Tod litt sie unter Schmerzen, war zum Tragen von Korsetts verurteilt und musste sich insgesamt 32 aussichtslosen Operationen unterziehen.

Von Borsodys raue Stimme und emotionale Betonung passte hervorragend zu den derben und ehrlichen Worten, die die Mexikanerin in ihren Briefen verwendete, wenn sie sich über Pariser Maler erhitzte oder über die Affären ihres 20 Jahre älteren Ehemanns Diego Rivera klagte und wütete. Mit seinen Wandgemälden war der mexikanische Maler anfänglich noch bekannter als seine Gattin. Von Borsody dazu: „Das Paar wird auch die Taube und der Elefant genannt.“

Musik vom Trio Azul im Welfenschloss

Die preisgekrönte Schauspielerin schaffte es, den tiefen Schmerz der Malerin ergreifend auszudrücken und gleichzeitig die Selbstironie Kahlos, wie etwa der humorvoll geschilderte Versuch, gegen ihren Alkoholismus zu kämpfen, lebhaft wiederzugeben.

Nachdem Susanne von Borsody die letzten Zeilen aus dem Tagebuch der Künstlerin vorgelesen hatte, spendet das Publikum lang anhaltenden Beifall. „Soll ich noch mal von vorne anfangen?“ fragte von Borsody erfreut und gab mit einer Zugabe gleich die Antwort. „Sie waren ein wunderbares Publikum“, verabschiedete sie sich.

Blickfang neben der Bühne war ein großformatiges Porträt Frida Kahlos, das aus 35 einzeln bemalten Kacheln besteht. Sie wurden von den neun Künstlern Barbara Brübach, Margret Jäckle, Mariarosa Ostan Herth, Rahel Ghirmay, Sabine Magdeburg, Shanti Ines Kassebom, Verena Herth, Waldensia und Yonas Alem gefertigt. Das Gemälde entstand im Rahmen eines Projekts der Offenen Kunstwerkstatt im Hann. Mündener Kunstnetz. Gleich daneben bot die Buchhandlung Winnemuth Bücher über die Malerin an und das Trio Azul verkaufte CDs.

Ein eindrucksvoller Abend, der, mit allen Sinnen wahrnehmbar, ein eindringliches Bild der mexikanischen Nationalikone Frida Kahlo vermittelte. (Adriana Strehl)

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