Der große Traum vom kleinen Haus

Tiny House in Münden: Ein Eigenheim hängt am Kran

Christine Hörner (rechts) freut sich, dass sie bald in ihr neues Tiny House ziehen kann. Gestern wurde es angeliefert. Mit dabei war ihre Freundin Petra Müller (links).
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Christine Hörner (rechts) freut sich, dass sie bald in ihr neues Tiny House ziehen kann. Gestern wurde es angeliefert. Mit dabei war ihre Freundin Petra Müller (links).

An einem Kran schwebt das 40 Quadratmeter große Tiny House über das Grundstück am Steinweg in Münden. Christine Hörner erfüllt sich mit dem Kleinsthaus den Traum vom Eigenheim.

Hann. Münden – Den großen Traum vom kleinen Haus hat sich Christine Hörner nun am Steinweg in Hann. Münden erfüllt. Gestern wurde ihr Tiny House aufgestellt. Mit großem Gerät rückte die Baufirma Sachau an, um Hörners Haus zu liefern und fertigzustellen. Damit der Autokran das Tiny House aufstellen konnte, musste der Steinweg zeitweise voll gesperrt werden.

Tiny House: Von Planung bis Lieferung dauerte es ein dreiviertel Jahr

Christine Hörner strahlt über das ganze Gesicht, als sie von ihrem neuen Heim berichtet: „Ich bin schwer beeindruckt, wie das trotz Corona alles geklappt hat.“ Von Planungsbeginn bis zur heutigen Aufstellung sei etwa ein dreiviertel Jahr vergangen. Wäre die Pandemie nicht dazwischen gekommen, wäre es sogar noch schneller gegangen, sagt die Rentnerin.

Zusammengebaut und fertig tapeziert wird das Tiny House mit einem Kran auf das Grundstück gestellt.

Das Grundstück am Steinweg habe sie bereits 2016 mit ihrem Ex-Mann erworben, als die beiden noch in Rheinland-Pfalz lebten. „Ich bin in der Gegend von Hann. Münden geboren, deshalb wollten wir zurück hierher“, erzählt sie. Eigentlich sollte auf dem Grundstück an der Werra ein größeres Haus entstehen, doch das Ehepaar trennte sich und Christine Hörner zog allein zurück in die Heimat.

Im Tiny House gibt es alles, was man zum Wohnen braucht

Eine Eigentumswohnung kam für ihren Neustart nicht in Frage: „Ich wollte einen Garten mit viel Platz, damit ich auch wieder einen Hund halten kann“, sagt Christine Hörner. Und so entstand die Idee eines Tiny Houses.

Auf 40 Quadratmetern hat die 64-Jährige nun alles, was sie braucht: Wohnküche, Bad, Schlafzimmer, alles auf einer Etage. Auch das war ihr wichtig. Vom Grundriss bis hin zur aus England importierten Tapete sei sie in alle Planungen involviert gewesen. „Es ist mein ganz persönlich gestaltetes Haus“, sagt Christine Hörner stolz.

Auch die Freundin ist beeindruckt

Petra Müller ist ebenfalls vor Ort, als das Tiny House geliefert wird, um ihrer Freundin Gesellschaft zu leisten. „Das war schon beeindruckend, wie das Haus am Kran hing“, sagt Petra Müller.

So was sehe man nicht jeden Tag. Theoretisch sei das Tiny House schon am Tag des Aufstellens einzugsbereit, sagt Christine Hörner, doch die Rentnerin will noch bis September mit ihrem Umzug warten: „Wenn die Außenanlage fertig ist, ziehe ich ein. Darauf freue ich mich schon sehr“, sagt sie und lächelt.

Wohnen auf engem Raum

Der Begriff Tiny House stammt aus den USA und lässt sich wörtlich als „winziges Haus“ übersetzen. Diese Häuschen gibt es sowohl auf Rädern, als auch stationär, so wie das Haus am Steinweg. Die Kleinsthäuser sind in der Regel zwischen 15 und 45 Quadratmetern groß. Anders als in den USA werden Tiny Houses in Deutschland nicht als Alternative zu Wohnwagen verstanden. Vielmehr sind sie eine günstige Lösung für ein Eigenheim, bei der sich die Bewohner auf das Wesentliche reduzieren.

Von Theresa Lippe/tli

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