Absolventen der Handelslehranstalt Hann. Münden treffen sich

Ihre Eltern zahlten noch Schulgeld für sie

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Klassentreffen der Handelslehranstalt 1: Das Foto zeigt (stehend von links) die ehemaligen Schüler Günter Baumann, Karl-Heinz Buhse, Sabine Becker, Walter Pfohl, Karin Voshage, Meinhard Doering, Hannelore Eikenberg sowie (sitzend von links) Marion Klaas, Marga Gerke, Elke Rechlin und Heidemarie Luschmann. 

Hann. Münden. 60 Jahre nach ihrer Schulentlassung traf sich am Samstag eine äußerst fidele Truppe von elf ehemaligen Schülern zu ihrem achten Klassentreffen. Von den einstigen 33 Schülerinnen und Schülern war ein Teil aus Hamburg, Hannover oder Magstadt (bei Sindelfingen) angereist.

Die elf ehemaligen Mitschüler trafen sich am Vormittag mit denjenigen ehemaligen Schulkameraden, die rund um Hann. Münden wohnen geblieben sind. Sie gehören zu einer Generation von Kindern aus der Kriegs- und Nachkriegszeit, die gleich nach der Volksschule mit 14 Jahren die Aufnahmeprüfung zur zweijährigen Handelsschule der Städtischen Handelslehranstalt Hann. Münden bestehen mussten, um das Privileg zu erhalten, dort unterrichtet zu werden.

Flüchtlingskinder

„Ich selbst, wie auch einige andere unserer Klasse, war ein Flüchtlingskind. Wir hatten es damals sowieso immer schwerer und konnten nur durch Leistung weiterkommen. Da glauben Sie aber, wie ich gezittert habe, als ich zur Prüfung ging“, erzählt Hannelore Eikenberg, Organisatorin des Treffens.

33 Plätze, 130 Bewerber

Von 130 Bewerbern, die die Prüfung ablegten, wurden nur 33 Schüler für den Jahrgang angenommen. Nach dem Abschluss waren die Absolventen bei den Arbeitgebern von Industriebetrieben, Steuerkanzleien und Banken sehr begehrt.

Eine kurze Nachfrage nach Anekdoten aus der Schulzeit und schon kamen sie Schlag auf Schlag: So wurde vom damaligen Rektor Dr. Nebe erzählt, der zur Jagd ging und am Morgen danach den Schülern erbost von jungen Liebespärchen erzählte, die er im Wald erwischt hatte.

Stinkbombe zertreten

Einst bekam der Walter eine Ohrfeige vom wütenden Rektor, als die Klasse zu laut war. Dieser, als kräftigster Schüler der Klasse, schubste den Rektor zurück, bekam Strafen von ihm angedroht, welche aber nie erfolgten. Dr. Balhüsemann (Lehrer für Deutsch und Literatur) reagierte auf eine eher sanfte, aber durchaus wirksame Art, als kurz vor Unterrichtsbeginn eine Stinkbombe im Klassenzimmer zertreten wurde. Kurzum ließ er die Fenster verschließen, verließ den Klassenraum, verschloss die Tür von außen und ging Patrouille, dass auch niemand für Frischluft sorgen konnte. Gelernt, ist gelernt.

Eine Stinkbombe wurde von diesem Jahrgang nie wieder gezündet. „Ein sehr korrekter Lehrer, wir haben sehr viel bei ihm gelernt“, erzählt die Gruppe noch heute.

Der Klassenbucheintrag für einen durchgebrochenen Bleistift: „Schüler frönt der Zerstörungswut“, sorgte am Samstag für lachende Diskussionen. Während der damalige Schüler, lächelnd Pfeife schmauchend, meinte, er könne sich gar nicht daran erinnern, meinte ein anderer Ehemaliger lachend: „Ihr könnt mir die Hand abhacken, wenn er es nicht war“. 

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