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LKA: Gefälschte Impfausweise
auch im Raum Münden

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Das Bild zeigt einen Impfausweis. In der Corona-Pandemie hat der Impfausweis an Bedeutung gewonnen. Doch besondere Sicherheitsmerkmale wie andere Ausweise hat er nicht.
Wichtiges Dokument: In der Corona-Pandemie hat der Impfausweis an Bedeutung gewonnen. Doch besondere Sicherheitsmerkmale wie andere Ausweise hat er nicht. © Sophia Kembowski/dpa

Altkreis Münden – Auch im Raum Hann.Münden, Dransfeld, Staufenberg gehen die Ermittler Fällen von Betrügereien mit gefälschten Impfausweisen nach. Das Landeskriminalamt (LKA) spricht von Verfahren „im mittleren einstelligen“ Bereich für den Altkreis Münden in den Monaten November und Dezember.

Hann. Münden – Gefälschte Impfausweise sind in den vergangenen Monaten vereinzelt auch in der Region Hann. Münden, Dransfeld, Staufenberg aufgetaucht. Auf Anfrage unserer Zeitung teilte das Landeskriminalamt (LKA) mit, dass die Anzahl der für 2021 gemeldeten Fälle im „mittleren einstelligen“ Bereich liege. Darunter fallen aber nur die Monate November und Dezember. Vor dem November 2021 habe es keine bekannten Fälle in diesem Bereich gegeben, zu dem Blankoimpfpässe und Totalfälschungen zählen.
Bei den Angaben sei allerdings zu berücksichtigen, dass es sich noch nicht um komplett abgeschlossene Verfahren handele, sondern um sogenannte Anhaltefälle aus laufenden Ermittlungen. Ein Anhaltefall könne außerdem eine Vielzahl von gefälschten Impfausweisen beinhalten. Dabei gehe es um Blankoimpfpässe und Totalfälschungen. Bei den Angaben sei allerdings zu berücksichtigen, dass es sich noch nicht um komplett abgeschlossene Verfahren handele.

Die Apotheken in der Region sind längst alarmiert, auch nach den zuletzt bekanntgewordenen Fällen in der Stadt und im Landkreis Kassel. Wenn in den Rosenapotheken in Hann. Münden und Staufenberg jemand einen Impfausweis vorlegt, um einen QR-Code zu erhalten, mit dem er seine Impfung auch digital nachweisen kann, muss er in der Regel einen Tag warten. Das habe organisatorische Gründe, sei aber auch eine Vorsichtsmaßnahme, sagt Mitinhaber Dr. Jens Herbort. Wer mit einem gefälschten Pass unterwegs sei, werde solche Apotheken meiden, wo in Ruhe geprüft werde. Sollte etwas nicht plausibel erscheinen, und es gebe eine Reihe von Überprüfungsmöglichkeiten, werde der Code auch verweigert. Die sei nicht häufig, aber auch in einigen Fällen in den Rosenapotheken bereits vorgekommen. Herbort spricht von etwa einem halben Dutzend Fällen.

Ob es sich dabei aber tatsächlich um Fälschungen oder Täuschungsversuche gehandelt habe, könne er mit letzter Sicherheit nicht sagen.

In der Rosenapotheke in Staufenberg, das an den Landkreis Kassel grenzt, habe es allerdings Fälle mit verweigertem QR-Code gegeben, bei denen sich im Nachhinein herausgestellt habe, dass die Impfausweise Fälschungen gewesen waren, sagt Inhaberin Sybille Neumann. Das komme nicht häufig vor, sagt sie. „Wir sind nicht Kassel.“ Aber auch in einem kleineren Ort wie Landwehrhagen, werde genauer hingeschaut.

Besondere Vorsicht gilt auch in der Mündener Bahnhof-Apotheke. Es gebe ja verschiedene Wege den Ausweis zu überprüfen, sagt Inhaberin Ursula Oberste-Padtberg. Zu den Details wolle sie sich aber nicht äußern, um den Betrügereien nicht noch Vorschub zu leisten. Ein Impfausweis, der klar als Fälschung zu erkennen gewesen sei, habe ihr aber auch noch nicht vorgelegen. Allerdings habe es auch in ihrer Apotheke Fälle gegeben, in denen sie den QR-Code nicht ausgestellt habe, weil sie etwa den Kunden oder den Stempel des Arztes nicht kannte.

Landesweit stellt das Landeskriminalamt in Hannover unterdessen immer mehr Verfahren wegen gefälschter Impfpässe fest. „Die Anzahl der von den niedersächsischen Sicherheitsbehörden festgestellten Fälle von falschen Impfpässen ist kontinuierlich und bis in den Dezember 2021 gestiegen“, teilte eine Sprecherin des LKA der Nachrichtenagentur dpa mit. Hersteller und Käufer beziehungsweise Nutzer gefälschter Impfpässe, machten sich der Urkundenfälschung strafbar, so das LKA auf seiner Internetseite. (Ekkehard Maass)

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