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In Hann. Münden fehlen Lehrer für ukrainische Kinder

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Von: Amir Selim

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Das Grotefend-Gymnasium in Hann. Münden
Am Grotefend-Gymnasium fehlen Lehrkräfte, die Deutsch als Zweitsprache lehren. © Jens Döll

In den Mündener Schulen fehlen derzeit Lehrkräfte, die Deutsch als Zweitsprache lehren können. In Hessen ist die Lage besser. Dort arbeitet man auch mit Studenten.

Altkreis Münden/Niestetal – Drei Monate ist es her, dass Russland die Ukraine angegriffen hat. Ein Ende des Krieges ist nicht in Sicht. Deshalb sind viele Kinder aus der Ukraine in Deutschland. 38 von ihnen besuchen Mündener Schulen.

Die Bundesländer gehen unterschiedlich mit den Kindern um: Während in Hessen auf die Bildung von Intensiv- beziehungsweise Sprachlernklassen gesetzt wird, sollen die Schüler in Niedersachsen in bestehenden Klassen unterrichtet werden. In Niedersachsen werde auf eine „integrative Weise“ gesetzt, sagt Jan Eckhoff, Dezernent bei der Landesschulbehörde in Braunschweig.

Gemeinsamer Unterricht in den Fächern Sport, Kunst und Englisch

Am Grotefend-Gymnasium in Hann. Münden funktioniere das vor allem im Sport-, Kunst- oder Englischunterricht, sagt Anne Brenner, stellvertretende Schulleiterin. An diesen Fächern können die ukrainischen Kinder teilnehmen. Da ist die „deutsche Sprache nicht so wichtig“, sagt Brenner. Für die anderen Fächer seien Deutschkenntnisse nötig. Deshalb nutzen die Kinder stattdessen vom Kultusministerium bereitgestelltes mehrsprachiges Schulmaterial, erledigen mithilfe eines Deutsch als Zweisprache-Hefts Aufgaben oder arbeiten online mit ukrainischem Material.

Problem am Gymnasium, aber auch an der Werra-Realschule, sind fehlende Lehrkräfte. „Was wir nicht haben, ist eine Lehrkraft für Deutsch als Zweitsprache.“ Deswegen sei die sprachliche Arbeit mit den Kindern „ein bisschen Stückwerk“. Entsprechende Lehrkräfte bekomme man derzeit nicht.

Anna Viehmann Schulleiterin
Anna Viehmann Schulleiterin © Privat

Studenten helfen aus

Anders die Situation an der Wilhelm-Leuschner-Schule im Landkreis Kassel, die rund 300 Schüler aus Staufenberg besuchen. „Wir haben zwei Intensivklassen“, sagt Anna Viehmann, Schulleiterin der Gesamtschule. Dafür wurden zeitlich begrenzte Lehraufträge, unter anderem an Studenten, vergeben.

Sofern die Schüler sprachlich gut vorankommen, können sie die Intensivklassen verlassen. Außerdem gebe es auch in Niestetal die Möglichkeit, gewisse Fächer wie Sport und Kunst gemeinsam abzuhalten. Ansonsten erledigen sie auch dort Aufgaben aus der Ukraine online. (Amir Selim)

Die Zahl ukrainischer Kinder an einigen Schulen

Am Grotefend-Gymnasium gibt es derzeit neun Flüchtlingskinder. An den Mündener Realschulen sind es sechs an der Werra- und sieben an der Drei-Flüsse-Realschule. Weitere 16 Kinder sind über die Grundschulen in Hann. Münden verteilt. Deutlich mehr Schüler aus der Ukraine besuchen aktuell die Wilhelm-Leuschner-Schule in Niestetal. Insgesamt 26 Kinder seien derzeit an der Schule, teil Schulleiterin Ana Viehmann mit.

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