Zuflucht für Bienen

Insektenhotel im Mündener Forstbotanischen Garten eingeweiht

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Einige der am Insektenhotel beteiligten Ehrenamtlichen und Spender: Hartmut Teichmann (Grüne),Karl-Heinz Duddek (Bürgertreff), Ulrike Zander-Platner mit Mila (Libellula), Thilo Hauk und Lars Hunold (Diakonie Gesellschaft für Wohnen und Beraten). 

Mit ehrenamtlichem Engagement sowie vielen Geld- und Materialspenden ist im Forstbotanischen Garten kürzlich ein Insekten-Hotel entstanden.

„Der Bund für Naturschutz empfiehlt so etwas aufzubauen, um gegen das dramatische Bienensterben etwas zu tun, weil überall natürliche Lebensräume der Wildbienen gefährdet werden“, macht Thilo Hauk deutlich.

Er hat die Planung und den Bau übernommen, wurde dabei von Karl-Heinz Duddek vom Bürgertreff, Ulrike Platner und Nelly Lamm vom Verein „Libellula“ für Waldökologie und Umwelt, unterstützt. Rund 100 Stunden hat Thilo Hauk an Arbeit investiert, bis er mit dem Ergebnis zufrieden war. „Wir sind froh, dass wir Geld- und Materialspenden erhalten haben“, so Hauk.

So beispielsweise hat die Hedemündener Firma Fehrensen Eichenbalken beigesteuert und die Tischlerei Drebing aus Münden hat den Zuschnitt unentgeltlich vorgenommen. Auch Schrauben, Lehm und Sand sowie ein paar Steine wurden gespendet. Finanzielle Hilfe gab es von der Initiative „Bienen-freundliches Hann. Münden“. Der Lehm für das Gefache wurde im Mittelalterdorf Steinrode mit 30 Schulkindern zu Kluten verarbeitet.

„Ich hoffe, dass Natur-Pädagogik in Zukunft hin und wieder im Forstbotanischen Garten stattfinden kann, wenn das von den Schulen und Kindergärten so gewünscht wird“, meinte Thilo Hauk. „Dieser Garten bietet vielfältige Möglichkeiten und Interessierte könnten weite Anfahrten sparen, um etwas über Wildbienen und andere Insekten zu erfahren“.

Durch menschliche Eingriffe in die Naturlandschaft, unter anderem durch umfangreichen Pestizideinsatz im Acker- und Gartenbau sowie immer weniger Naturbelassenheit in privaten Gärten, sind nur noch wenige natürliche Insektenlebensräume wie offene Lehmtrockenhänge, Löcher in Holzscheiten, alte Sonnenblumenstängel, Sandhügel, Ritzen in Trockenmauern oder Totholz vorhanden. Da können Insektenhotels auf Wiesen und in Gärten hilfreich sein, denn Löcher in verschiedenen Größen und Hohlgänge im Insektenhotel bieten zahlreichen Insekten einen geschützten Unterschlupf. Die Tiere nehmen das gerne an, um darin zu brüten. Haben sie ihre Eier gelegt, wird das Loch verschlossen. Manchmal bleiben die Abdichtungen sogar länger als ein Jahr bestehen, weil die Larven mancher Insektenarten erst nach so langer Zeit schlüpfen.

Honigbienen und Wildbienen

Wildbienen leben nicht mit ihrem Volk in einem Bienenstock, sondern überall dort, wo sie einen Unterschlupf und Nahrung finden – auch mitten in der Stadt. Hummeln beispielsweise zählen auch zu Wildbienen. Wildbienen sind ebenso wie Honigbienen wichtige Pflanzenbestäuber für heimische Nutz- und Wildpflanzen. Einer Studie zufolge sollen wilde Insekten sogar besser als die Honigbiene bestäuben. Einzelne Wildbienen entfernen sich bei ihrer Futtersuche nur 70 bis 500 Meter von ihrem Nest und nisten daher an Orten, die sowohl Nistmaterial als auch die richtige Nahrungsquelle bieten. 

Im Vergleich hierzu hat die Honigbiene einen deutlich größeren Aktionsradius von bis zu sieben Kilometern. Blütenstaub und Nektar dienen der Honigbiene als Nahrung. Dabei wird der Nektar zu Honig verarbeitet und dient als Vorrat für den Winter. Die allein lebende Wildbiene stellt dagegen keinen Honig her. Sie verbraucht den Nektar direkt. Anders als die Honigbiene bilden die meisten Wildbienenarten entweder gar keine oder nur einjährige Völker.

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