Integration schon in der Krippen-Gruppe

So wird drinnen zu draußen: Weil die Kinder in dieser Jahreszeit nicht im Sandkasten im Garten spielen können, wurde auf Wunsch der Kinder eine Sandbaustelle im Raum eingerichtet. Hier Ina Kirchner mit den Kindern. Foto: Siebert

Hann. Münden. Fünf Jahre DRK-Kita Weserzwerge (Auefeld 16) war kürzlich ein Grund zu einer Feier. Bei dieser Gelegenheit wurde die erste integrative Krippe die im Altkreis Münden gegründet wurde, vorgestellt, diese befindet sich in der Kita-Weserzwerge und besteht seit einem Jahr.

Die Krippengruppe bietet 15 Plätze, davon drei Integrationsplätze, in der die Kinder unter drei Jahren ganztags von 7 bis 16 Uhr betreut werden. Für die Integrationsplätze gibt es eine Warteliste, ein freier Regelplatz kann sofort besetzt werden. In der integrativen Krippe stehen drei Erzieherinnen und eine Heilpädagogin zur Verfügung, die Leitung hat Ina Kirchner. Da sich im gleichen Gebäudekomplex des DRK die Pädagogische Frühförderung und der Heilpädagogische Kindergarten befinden, ist eine übergreifende Arbeit möglich und die Erzieherinnen arbeiten Hand in Hand. „So wird eine optimale Förderung für die Kinder mit Auffälligkeiten ermöglicht“, sagt dazu Detlef Büchner, Geschäftsführer des DRK Kreisverbandes Münden. „Schließlich ist das DRK Experte für Menschen mit Behinderungen“.

Eine gute Vernetzung mit dem Jugend- und Sozialamt sowie dem Familienunterstützenden- und Familienentlastenden Dienst des DRK Münden erweist sich für die Integrationskinder und deren Eltern oft als sehr hilfreich.

„Wir holen die Kinder dort ab, wo sie sind, ab da wird gefördert“, erklärt Ina Kirchner. „Die Kinder können frei entscheiden, was sie tun möchten wir sehen uns als Entscheidungsbegleiter“, so die Leiterin. Im Freispiel gibt es keinen Unterschied zwischen Regel- und Integrationskind. Mit Blick auf das jeweilige Kind arbeiten Logo-, Ergo- und Physiotherapeuten eng zusammen, so können die betroffenen Kinder von den Fachkräften früh gefördert werden. Außerdem ist es den Erzieherinnen und Fachkräften wichtig, die Eltern von Integrationskindern zu unterstützen wo es nötig ist, sei es bei behördlichen Formularen oder einfach mal reden.

„Wir praktizieren eine behutsame Eingewöhnung, bei der wir uns voll und ganz nach dem jeweiligen Kind richten“, betont Kirchner. So eine Eingewöhnung kann zwischen drei und sechs Wochen dauern. Nur durch die Zusammenarbeit zwischen Eltern und Krippe ist ein schonender Übergang möglich. Die Eltern begleiten ihre Kinder erst den ganzen Tag, dann stundenweise, bis eine feste Bindung zwischen Kindern und Erzieherinnen besteht.

Für die Erzieherinnen sind alle Kinder gleich und es ist völlig normal, dass die Integrationskinder voll in den Kindergartentag eingebunden sind. Für die Mädchen und Jungen untereinander gibt es keine Unterschiede zwischen normalen und Integrationskindern. Sie alle bestimmen den Kindergartenalltag und machen Vorschläge, angefangen bei Gesellschaftsspielen über Wasserspiele im Bad, Bodypainting bis hin zur Sandbaustelle im abgeteilten Raum. Die Selbständigkeit jedes Kindes hat einen hohen Stellenwert. Den Kindern wird immer wieder Hilfestellung gegeben, ganz eigene Erfahrungen mit allen Sinnen zu machen.

Da nach den nächsten Sommerferien viele Kinder die Krippe verlassen, sind wieder freie Plätze vorhanden. Infos und Anmeldungen ab sofort unter 05541/982625. (zpy)

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