Er kochte für die Queen

Internationaler Koch Manfred Rothweiler feiert seinen 80. Geburtstag

Koch Manfred Rothweiler hält Gläser mit eingekochtem Gemüse
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Auch zu Hause kocht der Chef selber. Viele Gemüsesorten baut Manfred Rothweiler selber im eigenen Garten an und kocht diese ein.

Wer kann schon von sich behaupten, Sandwiches für die Queen geschmiert zu haben? Manfred Rothweiler, der am 12. Januar seinen 80. Geburtstag begeht, erinnert sich noch gerne daran. Der ehemalige Betreiber des Werratal-Hotels arbeitete international als Koch und bildete viele Nachwuchskräfte in der Region aus.

Nach der dreijährigen Ausbildung im Haus Weserland (Erholungsheim in Hann. Münden für Lokführer) sowie dem „Berghaus Allgäu“ und dem „Hotel Falkenstein“ in Pfronten als Alleinkoch, war London die dritte Station, um weitere Erfahrungen zu sammeln und sich Fachwissen anzueignen.

1962 arbeitete er im Grosvenor House Hotel in London. „Doch das war mit 100 Köchen wie in einer Kochfabrik“, erinnert er sich. Danach absolvierte er die Hotelfachschule in Heidelberg und erlangte damit zusätzlich noch das Diplom für kaufmännische Tätigkeit im Hotelgewerbe.

„Doch für mich stand schon immer fest, dass ich nur als Koch arbeiten will“, so Rothweiler. Arbeitsaufenthalte im Hotel Hilton in Amsterdam, im Parkhotel Flims Waldhaus, im Leading Hotels of the World – Quellenhof Bad Ragaz, folgten Anstellungen als Chef Saucier im Marine Hotel Troon in Ayreshire/Schottland und als Küchenchef in der Saarbrückener Saarlandhalle. „Während der Zwischensaison habe ich im Hotel Werrahaus in Münden gearbeitet“, erzählt er.

Vater gab heutiges Flux-Bio-Hotel an Tochter ab

Eigentlich war zu seinem Geburtstag eine große Feier geplant im Restaurant des Flux Biohotel im Werratal, das er vor 23 Jahren seiner Tochter übergeben hat. Manfred Rothweiler ist zuversichtlich, dass er die Feier nach Corona nachholen kann.

Während der 30 Jahre Selbstständigkeit hat er 80 junge Menschen zu Köchen und Hotelfachleuten ausgebildet, sieben davon sind Küchenmeister. Inhaber Mündener Restaurants wie vom Braunen Hirsch, Jagdhaus Heede, Schmucken Jäger und der Querenburg haben bei ihm gelernt. Er selber erreichte die Küchenmeisterprüfung mit Auszeichnung. „Von meinen Auszubildenden haben alle die Prüfung bestanden, zum Teil mit sehr guten Ergebnissen“, berichtet Rothweiler. „Wir waren für lange Zeit der beste Ausbildungsbetrieb für Köche im Landkreis Göttingen“. Für ihn selber war es kein Beruf, sondern eine Berufung.

Rothweiler arbeitet heute noch im Flux-Bio-Hotel

Im Frühjahr 1978 begann er die selbstständige Tätigkeit in der Pension Werrastrand. Nach achtjähriger Pacht kaufte er zuerst die Pension, dann das nebenstehende Werrahaus mit privatem Wohnhaus. Letztere wurden abgerissen und neu aufgebaut. Es gab ständige Erweiterungen und Modernisierungen. „Früher hatten wir an den Wochenenden sehr viele Kaffeegäste“, erzählt der Jubilar. Kuchen haben seine Frau Sigrun und seine Mutter gebacken. Fischgerichte waren beliebt, der Renner war jahrelang „Aal grün“. Kalte Buffets gehörten zu seinen Spezialitäten.

Anfang der 70er hat Rothweiler für eine Kalte-Buffet-Ausstellung der Stadt eine Butterskulptur von Doktor Eisenbart gefertigt. 14 Tage hat er daran gearbeitet, bei den Besuchern kam das sehr gut an. Manfred Rothweiler hat schon immer Wert auf die Herkunft der Produkte gelegt. Die persönlichen Kontakte zu den Lieferanten waren ihm wichtig. Seit den 90er Jahren wurden im Restaurant circa 70 Prozent Bioprodukte verarbeitet. Jetzt ist der Betrieb voll zertifiziert als Biohotel. Den gesamten Hotelbetrieb hat 1998 seine Tochter Annette übernommen. Trotz seines Ruhestandes hilft er im Bio-Hotel immer noch mit.

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