Mittelalterdorf Steinrode

Internationales Projekt in Hann. Münden: Ein Haus bauen wie im Mittelalter 

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Bereit fürs internationale Projekt: (von links) Hartmut Teichmann, Klaus Marquardt (beide Bürgerinitiative ein.münden), Nelli Lamm, Dr. Christian Platner (beide Verein Libellula), Zimmerermeister Michael Franke, der ehemalige Berufschullehrer Reinhard Goll und Waldpädagogin Ulrike Zander-Platner.

Hann. Münden. „Wir bauen ein Haus“ heißt es im Mittelalterdorf Steinrode vom 9. bis zum 21. Juli: Das Modelldorf soll um ein weiteres Gebäude wachsen, und zwar mithilfe von 25 Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 15 und 25 Jahren.

Dafür kann man sich jetzt bewerben. Die Anmeldegebühr kostet 50 Euro – und wird an alle zurückerstattet, die bis zum Ende mitmachen.

Das Camp soll international besetzt werden: zu etwa je einem Drittel mit Teilnehmern mit Migrationshintergrund, Geflüchteten und Einheimischen. Ziel sei es, junge Menschen unterschiedlicher Herkunft und verschiedener Sprachniveaus zusammenzubringen, skizziert es Hartmut Teichmann von der Bürgerinitiative (BI) ein.münden. Die BI sowie der Förderverein für Umweltbildung und Waldpädagogik an Schulen, Libellula, und die Arbeiterwohlfahrt Göttingen stehen hinter dem Projekt. Unter Anleitung erfahrener Handwerker wollen alle gemeinsam ein Haus in traditioneller Fachwerkbauweise errichten. Die Teilnehmer lernen alle Schritte, vom Zuschneiden der Balken, über das Verzapfen der Verbindungen, das Arbeiten mit Holznägeln, das Schmieden von Eisen, Dachdecken bis zum Ausfachen mit Lehm.

Das sei eine gesunde Mischung aus Theorie und Praxis, beschreibt es Teichmann. Und wie nebenbei lernen dabei alle auch, wie die Tätigkeiten, Materialien und Werkzeuge heißen, also deutsche Fachsprache „Bau“.

Die handwerklichen Fähigkeiten, die man beim Projekt erwirbt, könne man immer gebrauchen. Und nicht zuletzt wird etwas Bleibendes geschaffen: Etwas, das nachher die Besucher des Mittelalterdorfes bewundern und nutzen können. Am 15. Juli soll, wenn alles glattgeht, Richtfest gefeiert werden. Untergebracht werden die Teilnehmer im benachbarten Waldpädagogikzentrum. Getrennte Unterkünfte für männliche und weibliche Teilnehmer sind dort möglich.

Für die Verpflegung sorgt eine Kochgruppe, in der reihum jeder mal mitarbeitet. Außer Handwerklichem und der deutschen Sprache wird also auch noch Kochen und sogar Brotbacken gelernt. So könnten die jungen Leute eine ganze Reihe Kenntnisse und Fähigkeiten erwerben, die ihnen den Start in eine handwerkliche Ausbildung erleichtern.

Nach Feierabend stehen Lagerfeuer, Wanderung, Tierbeobachtung, Geschichten erzählen, Spiele, Musik und anderes mehr auf dem Programm. Als multikulturelle Gemeinschaft auf Zeit sollen die Jugendlichen auch gegenseitige Rücksichtnahme und Respekt vor Andersdenkenden und Andersgläubigen als normale Umgangsform erfahren. Christian Platner von Libellula ergänzt: „Für uns hat der Aufwand sich dann gelohnt, wenn die Teilnehmer am Ende voller Stolz auf „ihr“ Haus blicken und gelernt haben, dass man aus eigener Kraft sehr viel schaffen kann – aber noch mehr im Team, gemeinsam mit Anderen.“

Jetzt bewerben

Anmelde-Formulare für das Bau-Projekt liegen im Geschwister-Scholl-Haus (Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße), im Rathaus und im Bürgertreff (Ziegelstraße 56) in Hann. Münden aus und seien auch an die Schulen verschickt worden, berichtet Hartmut Teichmann. Wer dort nicht fündig wird, kann sich auch direkt an ihn wenden, Tel.: 0 55 41/3 30 69. Gefördert wird das Projekt unter anderem durch die Niedersächsische Lotto-Sport-Stiftung, den Landkreis Göttingen und den Lions Club Hann. Münden. 

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