„Lassen Sie sich überraschen!“

Interview mit Brunhilde Ulbricht vom Kulturring: Wir haben ein Alternativprogramm

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Der Mündener Kulturring organisiert seit Jahren Kulturevents in der Region. Unser Foto zeigt die Südlantis Aufführung im September 2018 in Hann. Münden vom Theater der Nacht Northeim.

Die Corona-Krise hat auch die Stadt Hann. Münden gebeutelt. Zwar fährt jetzt das Leben langsam wieder hoch, aber die Lücke in der Kultur bleibt.

Der Mündener Kulturring plant daher, sie nach den Sommerferien wieder zu füllen, sagte die Vorsitzende Brunhilde Ulbricht.

Konzerte, Kabarett, Lesungen, Theaterbesuche und weitere Veranstaltungen sind mit Blick auf die potenzielle Ansteckungsgefahr untersagt. Sie werden von den Bürgern unserer Stadt und ihren Gästen aber schmerzlich vermisst. Wann rechnen Sie mit dem Neustart des Kulturlebens?

Leider können aufgrund der Corona-Krise die geplanten Veranstaltungen des Mündener Kulturrings bis Ende August nicht stattfinden. Gerade auf die jetzt anstehenden hatten wir uns riesig gefreut und auch das Publikum. Die Nachfrage war groß. Allerdings ist es uns gelungen, die beiden nächsten auf das kommende Jahr zu verlegen.

Um welche Gastspiele handelt es sich dabei?

Der geplante Auftritt des Kabaretts „Herkuleskeule Dresden“ wird vom 29. Mai auf den 5. Juni 2021 verschoben.

Zwei Wochen später sollte die Musikkabarettistin Lucy van Kuhl auftreten.

Haben Sie sich auch mit ihr einigen können?

Glücklicherweise ja. Lucy van Kuhl, die ursprünglich am 12. Juni nach Hann. Münden kommen wollte, wird jetzt ein Jahr später, am 19. Juni 2021, auftreten. Auch unser Highlight in der warmen Jahreszeit, die vier Bursfelder Sommerkonzerte, müssen wir in diesem Jahr absagen. Wir freuen uns aber schon jetzt auf 2021, vielleicht sogar auf das gleiche Programm. Näheres können wir eventuell bei der Vorstellung des Programms für das zweite Halbjahr sagen, dass wir demnächst präsentieren werden.

Findet denn die geplante Programmvorstellung am 8. Juli 2020 im Rittersaal des Welfenschlosses statt?

Wegen der Corona-Auflagen ist das leider nicht möglich. Wir haben, soviel verrate ich Ihnen jetzt schon, wieder ein vielfältiges, abwechslungsreiches Programm zusammengestellt, das wir zeitnah in der HNA veröffentlichen werden und allen Mitgliedern und Kulturinteressierten postalisch oder online zukommen lassen – in diesem Jahr in einem etwas anderen Format. Lassen Sie sich überraschen! Wir hoffen, dass wir Ende August neu starten können und freuen uns darauf, die Mündener und andere Gäste aus der Region wiederzusehen und ihnen kulturell nach der coronabedingten Pause etwas bieten zu können.

Sie machen mich neugierig: Können Sie uns nicht schon ein oder zwei Andeutungen machen?

Nur so viel: Wir starten am 29. August mit einem Klavierkonzert „Ragtime in New Orleans“. Der Kulturring wird vom ehrenamtlichen Engagement seiner rund 650 Mitglieder getragen.

Haben Sie durch die Absagen finanzielle Verluste verkraften müssen?

Bis jetzt hatten wir noch keine finanziellen Einbußen. Sollte es aber im September bei den Beschränkungen bleiben, sodass nur ein Drittel der Plätze belegt werden darf, wird es finanziell auch für den Mündener Kulturring problematisch, denn die Künstler erhalten ihre Gage unabhängig von der Besucherzahl.

Haben Sie Rückmeldungen von den Künstlern erhalten, wie sie die Zeiten ohne Auftritte überstehen? Wenn ja, welche? Gibt oder gab es Initiativen zu ihrer Unterstützung?

Ja, vor allem zu Beginn der Pandemie im März waren Künstler nach Absagen traurig, verzweifelt und fragten nach Unterstützung. Inzwischen hat sich das aufgrund etlicher Fördermaßnahmen durch Bund und Länder etwas gelegt, aber auf Dauer würde es tatsächlich ihre Existenz gefährden.

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