Jäger gegen ein Verbot, wildernde Tiere zu jagen

Hann. Münden. Etwa 2,5 Millionen streunende Hauskatzen soll es Schätzungen zufolge in Deutschland geben, pro Jahr fallen ihnen bis zu 200 Millionen Singvögel und Kleinsäuger zum Opfer. Jäger sind deshalb angehalten, zum Schutz der Tierwelt wildernde Haustiere zu töten.

Doch vor dem Hintergrund eines geplanten neuen Landesjagdgesetzes in Nordrhein-Westfalen regt sich derzeit der Unmut der dortigen Jäger, weil künftig das Abschießen vor allem von wildernden Katzen verboten werden soll.

In Südniedersachsen ist das allerdings derzeit kein Thema. „Wir haben kein Katzenproblem in der Region und keine Veranlassung, auf Katzen zu schießen“, sagt Dieter Buhse, Vorsitzender der Jägerschaft Münden. Er habe in seinem Lutterberger Jagdrevier noch keine streunende Hauskatze gesehen, auch das Abschießen eines wildernden Hundes aus dem Bereich des Altkreises Münden sei ihm aus den vergangenen Jahren nicht bekannt.

Aktualisiert um 17.20 Uhr.

Mit dem Strukturwandel in der Landwirtschaft sei zudem bei immer weniger Bauernhöfen im Lande auch die Zahl der streunenden Katzen gesunken. Gleichwohl weist Buhse darauf hin, dass dem Jäger über das Jagdgesetz die Möglichkeit des Schießens von wildernden Tieren bleiben müsse. Ähnlich sieht das auch Helmut Dammann-Tamke. Der Präsident der Landesjägerschaft Niedersachsen plädiert dafür, dass auch in Niedersachsen den Jägern die Möglichkeit des Schießens von wildernden Hunden und Hauskatzen erhalten bleibt. „Die Jägerschaft ist ein anerkannter Naturschutzverband. Als Jäger haben wir auch die gesetzliche Pflicht zur Hege. Dazu gehört, dass wir jagdbares Wild, aber auch Tiere, die dem Naturschutzgesetz unterliegen, vor überhand nehmenden Fraßfeinden schützen müssen.“ Neben den Raubwildarten wie Waschbär und Fuchs gehörten dazu eben auch wildernde Hunde und verwilderte Hauskatzen. (awe)

Rubriklistenbild: © dpa

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