Afrikanische Schweinepest

Jagd im Wald bei Hann. Münden

Wildschwein
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Von Wildschweinen kann die Afrikanische Schweinepest auf Hausschweinbestände übergreifen.

In den Wäldern der Region Hann. Münden finden Ende 2021 Treibjagden statt. Eine Försterin des Betriebs Stadtwald erklärt, dass dadurch die Jungpflanzen in den Wäldern vor Verbiss geschützt und der Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest vorgebeugt werden soll.

Scheden – Wer am Samstag in der Schedener Feldmark spazieren gehen wollte, wurde durch Schilder und Flatterband vor einer Jagd gewarnt. Auch für kommenden Samstag werden Wanderer gebeten, die Kohlenstraße bei Hann. Münden wegen einer Jagd zu meiden. Warum in den Wäldern der Region gejagt wird, erklärt Annika Meier, stellvertretende Betriebsleiterin Stadtwald Münden.

„Der Landkreis gibt uns durch Abschusspläne jedes Jahr eine Anzahl an Tieren vor, die geschossen werden müssen, um den Bestand gesund zu halten“, sagt die Försterin. Diese Anzahl richte sich nach der Größe des vorhandenen Lebensraumes. Wie viele Tiere genau in der Region leben, könne jedoch nur geschätzt werden, da sie dämmerungs- und nachtaktiv sind und sich vor Menschen versteckt halten.

Darüber hinaus sollen durch den Abschuss die Kulturflächen im Stadtwald geschützt werden, so Meier weiter. Der Wald ist nach Sturm- und Borkenkäferschäden aufgeforstet worden, die jungen Pflanzen sind für Rehe und Rotwild besonders schmackhaft. Zum anderen soll damit auch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) vorgebeugt werden. Die für Wildschweine tödliche Krankheit ist bereits in Deutschland, aber noch nicht in der Region, nachgewiesen worden. Wildschweine können die Krankheit auf Hausschweine übertragen, Mastbetriebe wären dann bei Ausbruch der ASP gezwungen, ihren gesamten Bestand zu töten.

Das passiert bei einer Treibjagd im Wald

Eine revierübergreifende Jagd biete die effektivste Möglichkeit, mit dem „nötigen Maß an Beunruhigung den vorgegebenen Abschuss weitestgehend zu erfüllen“, so die Försterin. Wichtig hierbei sei, dass sich alle Jagdnachbarn beteiligen, „dann wird der Wald einmal im Jahr beunruhigt, aber dafür ist der Rest des Jahres ruhiger für das Wild“. In dem gut 1000 Hektar großen Waldgebiet zwischen den Klusteichen und Wiershausen sind 32 Wildschweine und 20 Rehe am Samstag bei der gemeinschaftlichen Drückjagd erlegt worden.

Hinter einer solchen Aktion steckt eine lange Vorbereitung: Schützen, Treiber und Jagdhundeführer müssen eingeladen, Hochsitze kontrolliert, die Waldeingänge und Wanderwege gesperrt und zur Coronazeit ein Hygienekonzept genehmigt werden. Am Jagdtag postieren sich die Schützen auf den Jagdständen. Die Treiber und Hundeführer laufen durch den Wald, schrecken das Wild auf, welches dann an den Schützen vorbei läuft. „Das erlegte Wild wird noch am selben Tag versorgt, in die Kühlkammer gebracht und dann an Gaststätten und Privatpersonen in der Region vermarktet“, sagt Annika Meier.

Termin: Am Samstag (04.12.2021) ist die Kohlenstraße zwischen Hann. Münden und Staufenberg von 7 bis etwa 16 Uhr wegen einer Jagd gesperrt. Das betrifft auch die Wanderwege in dem Gebiet.

Von Kim Henneking

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