Zurück in die Berufsschule

Altenpflegerin aus Hann. Münden drückt mit 42 erneut die Schulbank

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Viel Arbeit, die sich lohnt: Viktoria Hikst (vorne links mit einer Bewohnerin des Haus Hainbuchenbrunnen) lässt sich mit 42 Jahren zur examinierten Altenpflegerin ausbilden. Dafür musste sie noch einmal zwei Jahre zur Berufsschule. Möglich gemacht hat das auch das Programm WeGebAU der Bundesagentur für Arbeit. Pflegedienstleiterin Larissa Schuckmann (hinten rechts) und Elvira Sandkuhl, Arbeitsvermittlerin beim Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Göttingen, freut das.

Hann. Münden. Sieben Jahre lang hat Viktoria Hikst schon im Haus Hainbuchenbrunnen, einem Senioren- und Pflegeheim in Hann. Münden, gearbeitet.

Bereits 2003 schloss sie ihre einjährige Ausbildung zur Altenpflegerin ab. Zwölf Jahre später drückt die 42-Jährige erneut die Schulbank. Ihr Ziel: Die Weiterbildung zur examinierten Altenpflegerin. Möglich gemacht hat das auch das Programm WeGebAU (Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter Arbeitnehmer in Unternehmen) der Bundesagentur für Arbeit.

Ziel des Programms WeGebAU sei es, beschäftigte Arbeitnehmer zu qualifizieren, um einerseits deren Verbleib im Unternehmen und andererseits den Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften des Unternehmens zu sichern, sagt Elvira Sandkuhl, Arbeitsvermittlerin beim Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Göttingen. Gerade in der Altenpflege sei der Fachkräftemangel akut: „ In den vergangenen zwölf Monaten kamen durchschnittlich auf eine arbeitslos gemeldete Fachkraft Altenpflege fast zwei offene Stellen“, berichtet Sandkuhl.

Zwei Fördermöglichkeiten

Gefördert würden dabei zum einen gering qualifizierte Arbeitnehmer ohne Berufsabschluss oder mit Berufsabschluss, wenn sie seit mindestens vier Jahren eine an- oder ungelernte Tätigkeit verrichten und ihren erlernten Beruf nicht mehr ausführen können. Zum anderen auch Arbeitnehmer, die in kleinen und mittleren Unternehmen mit weniger als 250 Beschäftigten arbeiten.

Der Förderumfang: Lehrgangskosten, Fahrtkosten zum Lehrgangsort, Kinderbetreuungskosten und bei Weiterbildung von geringqualifizierten Mitarbeitern ein Zuschuss zum Gehalt und den Sozialversicherungsbeiträge. Je nach individuellen Voraussetzungen des Beschäftigten und des Betriebes können die Kosten dann ganz oder anteilig übernommen werden, sagt Elvira Sandkuhl.

Und so ist es auch für Viktoria Hikst möglich, sich weiterbilden zu lassen und trotzdem ihr Gehalt zu beziehen. Anders wäre es schwierig gewesen, da sie in ihrem Alter auf das volle Gehalt angewiesen sei, sagt sie selbst.

Mindestens 53 Prozent

Und auch von ihrem Arbeitgeber wird die Weiterbildung begrüßt: „Viktoria wird hier geschätzt. Sie fällt jetzt zwar eine Zeit lang aus, aber wir wissen, was wir an ihr haben und wir profitieren ja am Ende auch davon“, versichert Larissa Schuckmann, Pflegedienstleiterin im Haus Hainbuchenbrunnen. Denn gesetzlich sei vorgeschrieben, dass examinierte Kräfte nicht weniger als 53 Prozent ausmachen dürften und das würde ständig kontrolliert.

Viktoria Hikst selbst ist froh, dass sie die Möglichkeit bekommen hat. Auch wenn sie anfangs ein wenig Angst gehabt habe, wieder in die Schule zu gehen und der theoretische Teil schwierig sei. Wenn alles glatt läuft ist sie Anfang August fertig. Bis dahin wird aber noch gelernt.

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