Betriebe im Altkreis Münden suchen über 300 Mitarbeiter

Jede vierte Arbeitsstelle bleibt länger unbesetzt

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Ottmar Raschka (50) hat einen Fliesenfachbetrieb in Uschlag. Seit 2 Jahren sucht er zwei Fliesenleger in Vollzeit, doch bekommt einfach keine Facharbeiter.

Hann. Münden/Staufenberg/Dransfeld. Betriebe im Altkreis Münden sind derzeit auf der Suche nach über 300 Mitarbeitern. Mehr als jede vierte Stelle konnten die Unternehmen schon seit drei Monaten nicht besetzen.

Ein extremes Beispiel dafür ist der Fliesenfachbetrieb von Ottmar Raschka in Uschlag. Er sucht zwei Fliesenleger für seinen Fünf-Mann-Betrieb. „Seit zwei Jahren schalten wir Anzeigen im Internet und in Zeitungen und werben auf Autos und Baustellen – doch es findet sich einfach kein Arbeitsuchender“, sagt Raschka. Im Altkreis Münden sind laut Arbeitsagentur drei Stellen als Fliesenleger offen. „Der tatsächliche Bedarf dürfte jedoch höher liegen“, sagt Christine Gudd, Pressesprecherin der Arbeitsagentur Göttingen.

Insgesamt waren Ende März 318 Stellen im Altkreis Münden unbesetzt. 273 dieser offenen Arbeitsplätze haben Betriebe aus vier Branchen: Rohstoffproduktion (79), Bau und Gebäudetechnik (59), Verkehr und Logistik (63) sowie Gesundheit und Erziehung (72). „Diese Zahlen drücken einen Bedarf aus, der auch ganz neu sein kann. Deshalb heißt es nicht direkt, dass die Unternehmen die Stellen nicht besetzt bekommen“, sagt Gudd.

Engpässe gäbe es in den genannten Branchen tatsächlich bei Mitarbeitern für die Berufe Elektroinstallateur, Dachdecker, Fliesenleger, Berufskraftfahrer und Altenpfleger. Gudd: „Das Gefährliche dabei ist, dass sich diese Entwicklung auch auf dem Ausbildungsmarkt zeigt. Wenn die Branchen, die nicht genügend Mitarbeiter haben, zusätzlich nicht genügend Auszubildende gewinnen können, potenziert sich die Problematik.“

In den Landkreisen Göttingen und Northeim haben die meisten Schulabgänger eine Lehre zum Kaufmann im Einzelhandel (150) und Büromanagement (114) sowie zum Industriekaufmann (117) begonnen. Dagegen entschieden sich jeweils nur drei Azubis für die Berufe Baugeräteführer, Industrieelektriker und Mechatroniker für Kältetechnik. 

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