Idee in Kunstseminaren geboren

Spielzeug lässt jedes Kind zum Künstler werden

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Köpfe von Fabelwesen auf Stöcken: Bildhauer Ekkahart Bouchon mit einem Teil aus dem Kinderspielzeugsatz Variabilie. Die Köpfe können umgesteckt werden, so dass jedesmal ein neues Bild entsteht. 

Hann. Münden. Sieht aus wie ein Schwan, oder? Der Fantasie des Betrachters ist es überlassen, was er unter der kleinen Holzfigur versteht.

Der Mündener Bildhauer Ekkahart Bouchon und seine Frau, die Malerin Dr. Nina Geling-Bouchon, haben Spielzeug aus Holz entwickelt, das jedes Kind zu einem Künstler werden lässt.

In seiner Galerie Dreiklang auf dem Gelände der ehemaligen Kurhessen-Kaserne zeigt das Künstler-Ehepaar, wie das Holzspielzeug die Fantasie anregen kann. Ekkahart Bouchon stellt eine Figur auf den Tisch, türmt darauf zwei Bögen und legt in den Zwischenraum eine Kugel. Die Teile des Spielzeugs lassen sich aber auch anders zusammensetzen, „die Fantasie kennt keine Grenzen“, sagt der Bildhauer.

Geboren wurde die Idee in Kunstseminaren, die das Paar veranstaltet hat; elf in Russland, zwei in Deutschland. Bei den Seminaren entstanden zum einen variable Bilder, zum anderen variable Holzfiguren.

Variable Bilder

Variable Bilder? Nina Geling-Bouchon holt eines ihrer Werke, das den Teilnehmern als Anregung diente, herbei. Es zeigt eine schwarz-weiße Grafik aus vier quadratischen Teilen mit geometrischen Formen. Der Clou bei der Sache: Durch Drehen und Positionswechsel der Teile kann der Betrachter bis zu 64 verschiedene Kompositionen erreichen. Das ist es, worauf es dem Künstler-Ehepaar ankommt: Ob Erwachsener oder Kind, jeder, der sich mit einem einem variablen Bild oder Holzfiguren beschäftigt, wird vom Betrachter zum Künstler.

Am Greifbarsten wird das beim Werkstoff Holz. Aus dem Holz der Eiche, Buche sowie aus dem Holz von Zwetschgen und Kirschbäumen hätten die Teilnehmer unterschiedliche Formen und Figuren entworfen, erzählt Ekkahart Bouchon.

Mehrere Variationen seien in den Seminaren entstanden. Zum einen Figuren, die wie ein Mosaik zusammengesetzt werden, zum anderen Figurengruppen, bei denen die aus Holz geschnitzten Köpfe von Fantasiewesen auf Stöcke gesteckt werden.

Die Stöcke wiederum sind auf einer hölzernen Platte befestigt. Die Köpfe können vom Betrachter nach Belieben des Betrachters umgesteckt werden, sodass jedesmal ein neues Kunst-Werk entsteht.

Eine Kollektion des Kinderspielzeugs war auch Teil der jüngsten Ausstellung der Galerie Dreiklang im Mündener Rathaus.

Der Leiterin einer therapeutischen Einrichtung für Kinder aus dem Kaukasus, die an einem Seminar in Russland teilgenommen hatte, habe das Spielzeug so gut gefallen, dass sie die Kollektion für die Einrichtung erworben hat. 

Kontakt: Galerie Dreiklang, Tel.: 05541/ 95 56 36.

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