Bürgerbefragung war Grundlage für Votum

Rat in Jühnde für kleine Windfläche

Bekannt ist Jühnde für den Einsatz von Bioenergie aus nachwachsenden Rohstoffen: Oberhalb der Biogasanlage zwischen den Straßen nach Dransfeld und Mengershausen sollen bis zu fünf Windräder gebaut werden können. Foto: Niesen

Jühnde. Windkraftanlagen ja, aber auf keinen Fall Wildwuchs: Unter dieser Maxime hat der Gemeinderat von Jühnde in seiner Sitzung am Mittwoch in der Friedrich-Spielmann-Halle einstimmig den Entwurf für den neuen Flächennutzungsplan der Samtgemeinde Dransfeld abgesegnet.

Mit der 10. Änderung des Flächennutzungsplanes soll auf der Buchenbreite zwischen den Straßen nach Mengershausen und Dransfeld oberhalb von Jühnde ein rund 44 Hektar großes Gelände ausgewiesen werden, auf dem bis zu fünf Windräder entstehen können. „Die Höhenbegrenzung von 185 Meter ist uns wichtig“, sagte Jühndes Bürgermeister Dietmar Bode.

Mit dem einstimmigen Beschluss verfolgt der Gemeinderat das Ziel, den Bau von Windräder an anderer Stelle zu verhindern, so in dem Gebiet Endelskamp, das ebenfalls als Standort in Frage käme.

Grundlage für ihr Votum, so der Bürgermeister, war eine Bürgerbefragung. In ihr sei herausgekommen, dass die Bürger die ursprüngliche ins Auge gefasste Größe von 80 Hektar reduzieren wollten und nicht mehr als fünf Anlagen für tragbar hielten. Daran habe sich der Gemeinderat gehalten. Der Bau von so genannten Bürgerwindrädern sei nicht Sache des Gemeinderates, er obliege den Bürgern selbst.

In der Einwohnerfragestunde vor diesem Tagesordnungspunkt äußerten Einwohner Kritik an mehreren Punkte: So befürchten sie einen Wertverlust von bis zu 20 Prozent für ihre Immobilien. Ein Bürger sagte Windkraftanlagen seien vor allem „Finanzprodukte“. Frage war auch, ob der Bau von Windkraftanlagen ausgesetzt werden könne, bis die Ergebnisse der dänischen Untersuchungen zu den Auswirkungen von Infraschall vorliegen. Dort hat sich die Regierung auf dem Land dazu entschlossen.

Zweifel gab es zudem daran, ob die Ausweisung von Windvorranggebieten tatsächlich ausreichend sei, um an anderer Stelle in der Gemeinde den Bau von Windrädern zu verhindern. Dransfelds Samtgemeindebürgermeister Mathias Eilers sagte dazu, mit dem neuen Flächennutzungsplan werde nicht nur Wildwuchs verhindert sondern auch dafür gesorgt, dass ein Mindestabstand der Anlagen von 970 Meter zur Wohnbebauung eingehalten werden könne. „Der geänderte Flächennutzungsplan ist ein Abwehrplan“, betonte er mit Blick auf die Zwickmühle, in der die Kommunen stecken. Sie seien verpflichtet, den Bau von Windkraftanlagen zuzulassen, könnten aber auch keine Verhinderungsplanung betreiben. Sie müssten ein Minimum gestatten.

Bode unterstrich: „Wenn wir den neuen rechtssicheren Flächennutzungsplan haben, hört die Privilegierung des Baus von Windrädern auf.“ (zhp)

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