Kinder sehnen sich nach Aktivitäten

Jugendarbeiter im Altkreis sind weiter motiviert

Beim täglichen Bobbycar-Rennen konnten die Kinder Vollgas geben.
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Beim täglichen Bobbycar-Rennen in der Ferienbetreuung konnten die Kinder Vollgas geben.

Das Fehlen sozialer Kontakte belastet im Altkreis Münden viele Kinder und Jugendliche. Vereine halten den Kontakt mit den Heranwachsenden weiterhin aufrecht. Es gibt auch erste Anzeichen von Normalität.

Altkreis Münden – Das Jugendrotkreuz (JRK) Schedetal gestaltet die Online-Treffen möglichst praktisch. So lösen die Jugendlichen nach den Videokonferenzen verschiedene Aufgaben, wie Uljana Grube, Ehrenamtskoordinatorin des DRK-Kreisverbandes Göttingen-Northeim, berichtet. Um Ersatzmaterialien für Verbände und Schienen zu beschaffen, ging es in die Natur. Die Jugendlichen sammelten Moos zum Kühlen und Stöcker und Gräser zum Fixieren.

Die Materialen wurden dann beim nächten Treffen vor den Bildschirmen ausprobiert. „Die Jugendgruppenleiter lassen sich für jede Woche etwas Neues einfallen“, sagt Grube.

Allerdings mache sich auch Verdruss bemerkbar. „Viele der Jugendlichen sitzen schon für die Schule vor den Bildschirmen“, so Grube weiter. Da sei der Wunsch nach einer „richtigen Aktivität“ am Nachmittag verständlich. Deshalb springe auch schon mal das ein oder andere Mitglied ab. Man stehe für „echte Treffen“ aber schon in den Startlöchern, wenn es das Pandemiegeschehen erlaube.

Mannschaftssport ist wieder eingeschränkt möglich

Beim DSC Dransfeld laufen die ersten Angebote für Jugendliche wieder an. Das berichtet Geschäftsführer Friedrich-Georg Rehkop.

Für bis zu 14-Jährige könne man seit vergangener Woche wieder Fußball-Trainings und Leichtathletik anbieten. „Den Drang nach Bewegung merkt man den Jugendlichen deutlich an“, sagt Rehkop. Eltern und Kinder seien gleichermaßen unruhig geworden. Deshalb sei es sehr erfreulich, mit dem Hygienekonzept des vergangenen Jahres wieder Sport in Gruppen mit bis zu 20 Teilnehmern anbieten zu können.

Ein beruhigender Faktor sei laut Rehkop, dass die Kinder und Jugendlichen zweimal wöchentlich in den Schulen auf Corona getestet werden.

Eine Austrittswelle habe es ber Jugendabteilung nicht gegeben, sagt Rehkop. Bei den Sieben- bis Achtjährigen seien es sogar mehr Teilnehmer als vorher.

Nach mehr als einem Jahr wieder Ferienbetreuung

Der Stadtjugendring Hann. Münden hat nach mehr als einem Jahr wieder eine Ferienbetreuung auf die Beine gestellt. In den Osterferien wurde Kinder und Jugendliche unter Coronabedingungen ein Programm geboten, das nicht nur wegen des Wetters sehr abwechslungsreich war.

„Es war ein Riesen-Aufwand“, sagt Martina Görtler, Geschäftsführerin des Stadtjugendrings. Eine Kooperation mit dem Mehrgenerationenhaus der Stadt Hann. Münden und dem Kinder- und Jugendbüro habe das Ganze möglich gemacht.

Die größte Herausforderung war für die Organisatoren, den Hygienevorschriften gerecht zu werden. Deshalb fand das gesamte Programm draußen auf dem weitläufigen Gelände vom SV Schedetal Volkmarshausen statt, wie Görtler berichtet.

„Es wurden jede Woche drei feste Gruppen gebildet, die jeweils von zwei Teamern betreut wurden“, erläutert sie die weiteren Vorkehrungen. 62 Kinder und 8 Teamer verbrachten die gemeinsam die Osterbetreuung. Für die beiden Ferienwochen wurde jeweils ein Motto erdacht.

Die erste Ferienwoche stand ganz im Zeichen des Frühlings. „Die Kinder konnten Hochbeete bauen, Samenbomben und Kreide selber herstellen, Osternester basteln und Eier färben“, sagt Görtler. Natürlich durfte auch eine Ostereiersuche nicht fehlen. Und auch das Wetter spielte passend zum Motto mit: Bei sommerlichen Temperaturen waren bei der Schatzsuche durch die angrenzenden Wälder alle aktiv und begeistert dabei.

Jugendliche trotzen überraschendem Wintereinbruch

In der zweiten Woche hatte sich das Wetter völlig gewandelt. „Dank des Wintereinbruches konnten die Kinder Schneemänner in allen Variationen bauen“, sagt Görtler.

Außerdem lernten die Kinder viel über die Natur, die sie umgibt. Beim Rundgang durch das nahe gelegene Feuchtbiotop mit dem Naturschutzbund entdeckten die Kinder Amphibien und Froschlaich. Und mit Försterin Annika Meier ging es durch den Wald. Dabei entdeckten die Kinder Dachsspuren, Rehschlafplätze und Wildschweinsuhlen.

„Es war sehr deutlich zu spüren, dass die Kinder die Kontakte zu Freundinnen und Freunden in der letzten Zeit vermisst haben“, zieht Görtler als Fazit. Gestärkt durch die positiven Rückmeldungen der Eltern plane das Team bereits vier Wochen Betreuung in den Sommerferien.

Das sind die aktuellen Corona-Regeln für Sport und Freizeit

Seit 29. März gilt im Land Niedersachsen die Regel, dass im Landkreis bei einer 7-Tage-Inzidenz unter 100 Jugendliche bis 14 Jahren draußen Mannschaftssport betreiben dürfen. Voraussetzung sind dafür feste Gruppen mit höchstens 20 Kindern und zwei Betreuern. Steigt der 7-Tage-Inzidenz-Wert im Landkreis auf mehr als 100, ist Mannschaftssport jeglicher Art untersagt. Erlaubt ist dann nur noch, Sport alleine zu machen. (William Abu El-Qumssan)

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