Corona-Krise

Zitterpartie geht weiter: Zukunft der Hann. Mündener Jugendherberge immer noch ungewiss

Das Foto von 2008 zeigt die Außenfasade der Jugendherberge (DJH) in Hann. Münden, in der Professor-Oelkers-Straße.
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In den Herbstferien die ganze Woche über geöffnet: die Jugendherberge in Hann. Münden in der Professor-Oelkers-Straße. (Archivbild)

Die anhaltende Corona-Krise wirkt sich auch weiter negativ auf die Jugendherbergen auf. Die Herberge in Hann. Münden hat zwar wieder geöffnet, doch ein deutlich reduziertes Angebot. Die Prognose bleibt wage.

Hann. Münden – Das Bangen um die Jugendherberge in der Mündener Professor-Oelkers-Straße geht weiter. Das bestätigt René Petat, Regionalleiter der Jugendherbergen Hann. Münden und Göttingen. Momentan sei die Mündener Herberge von Freitag bis Sonntag und für Gruppen auf Anfrage und vorherige Reservierung verfügbar. In den niedersächsischen Herbstferien vom 4. Oktober bis zum 24. Oktober sei dann noch einmal durchgängig geöffnet, so Petat.

Eventuell ab November nur noch für Gruppen in Hann. Münden geöffnet

„Ich gehe davon aus, dass wir ab November dann nur noch für Gruppen, die bei uns buchen, geöffnet haben.“ Ein Grund dafür sei die aktuelle finanzielle Situation. „Die Ausgaben übersteigen einfach die momentanen Einnahmen“. Es gebe zwar wieder Gruppen, die die Herberge besuchen, doch sei das kein Vergleich zu den „Vor-Corona-Zeiten“. Vor Ostern im nächsten Jahr rechnet René Petat nicht mit einer Normalisierung der Situation.

Keine Klassenfahrten bringen Jugendherberge Hann. Münden in Gefahr

Auch das Verbot von Klassenfahrten belastet die Herberge schwer, seien doch die Wochen nach den Sommerferien traditionell die Zeit für Kennenlernfahrten der Schulklassen. Eine Befürchtung der Jugendherbergen sei, dass das Klassenfahrtsverbot in Niedersachsen noch weiter verlängert werde, eventuell bis nach den Sommerferien im kommenden Jahr. „Alles ist ungewiss“, sagt Petat zu den Zukunftsaussichten. Die Kurzarbeit für die Mitarbeiter der Herberge wurde auf 24 Monate verlängert. Allerdings würden sich bereits Mitarbeiter andere Arbeitgeber suchen. „Uns springen die Leute ab“, fasst der Regionalleiter zusammen. Dies könnte sich, falls dann eventuell ab Winter wieder zu hundert Prozent Kurzarbeit fällig sei, noch verschlimmern.

In Göttingen sei man bereits dabei, neue Geschäftsfelder zu erschließen. Zum Beispiel Zimmer wochenweise an Studierende zu vermieten, die wegen des digitalen Semesters nur für Präsenzveranstaltungen in die Unistadt kommen müssen. Das sei aber in Hann. Münden nicht möglich, so Petat. Allerdings sei man auch beim Erschließen neuer Geschäftsfelder von den Statuten des Deutschen Deutsches Jugendherbergswerkes (DJH) eingeschränkt.

Jugendherberge Hann. Münden ist Teil des Landesverbandes Hannover

Zum DJH-Landesverband Hannover gehören 23 Jugendherbergen in Süd-Ost Niedersachsen, darunter auch in Hann. Münden und Göttingen. Das Gebiet reicht in etwa von Hann. Münden bis Lüneburg, von Hameln bis nach Wolfsburg. Der Verband zählte vor der Coronakrise etwa 380 000 Übernachtungen und hat 150 000 Mitglieder. Bis jetzt seien elf Häuser bis zum 31. Dezember geschlossen, darunter Bad Sachsa, Bispingen (Heidekreis) und Schöningen (Landkreis Helmstedt). (Von Jens Döll)

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