Flüchtlinge

Jugendhilfe in Südniedersachsen baut Stellen ab

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Immer weniger minderjährige Ausländer müssen betreut werden.

Landkreis Göttingen. Weil immer weniger Flüchtlinge kommen, baut die  Jugendhilfe Südniedersachsen über 160 Stellen ab.

Die Jugendhilfe Südniedersachsen (JSN) als Verbund der südniedersächsischen Jugendämter wird bis zum 31. März 2020 noch 135 Stellen abbauen. Bis zum 31. Dezember vergangenen Jahres waren es bereits 32, sodass insgesamt 167 Arbeitnehmer in den Landkreisen Göttingen, Northeim und in der Stadt Göttingen ihren Arbeitsplatz verlieren. Kritik an dem Vorgehen äußert die Gewerkschaft Verdi.

Notwendig wird der Stellenabbau, weil sich seit dem Höhepunkt der Flüchtlingswelle 2015 die Zahl der „unbegleiteten minderjährigen Ausländer“ (umA), so die amtliche Bezeichnung, deutlich verringert hat, wurde in der jüngsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses des Landkreises Göttingen deutlich. Mit dem Stellenabbau wird eine Verringerung der Betreuungsplätze verbunden sein.

Holger Melchert, Geschäftsführer des JSN, sagte auf Anfrage, dass die Zahl der Betreuungsplätze in Hann. Münden von 60 auf 30 reduziert wird. In der Stadt Göttingen und in Duderstadt werde sich die Zahl von 87 auf 40 verringern und in Northeim und Osterode von 45 auf 30. Die Gewerkschaft verdi, die eine Reihe von Betroffenen vertritt, ist über den Stellenabbau alles andere als glücklich. „Über die Qualität des Sozialplans, der zustande gekommen ist, kann man streiten“, sagte die zuständige Gewerkschaftsmitarbeiterin in Göttingen, Julia Niekamp, ohne in Einzelheiten zu gehen. Verdi hat die rechtliche Betreuung einer Reihe von Mitarbeitern bis hin zum Arbeitsgericht übernommen. Erste Vergleiche seien inzwischen geschlossen worden. Die JSN strebt an, den Stellenabbau über Aufhebungsverträge und die natürliche Fluktuation zu bewältigen. Das läuft allerdings nicht ohne Widerstand. Inzwischen sind beim Arbeitsgericht Göttingen entsprechende Verfahren im Gang. Ein Gerichtssprecher sagte, die Zahl bewege sich derzeit zwischen fünf und zehn. Eine genaue Zahl könne er nicht nennen, weil verschiedene Kammern damit befasst seien.

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